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Verkehr: Bus 639: Politik will Haltestelle behalten

Verkehr : Bus 639: Politik will Haltestelle behalten

WSW müssen bei alter Linienführung bleiben. BV will stattdessen Lösungen für Parkproblematik.

Im elektronischen Fahrplan hatten die WSW die Änderung bereits eingepflegt – jetzt müssen sie diese auf jeden Fall wieder rückgängig machen – und im schon gedruckten Plan, der ab 25. November in Kraft tritt, wird die falsche Linienführung stehen: Die Bezirksvertretung Elberfeld-West bleibt wohl bei ihrem „Nein“ zur geplanten Umleitung der Buslinie 639. Auch ein neuer Ortstermin mit Vertretern der WSW und der Stadt habe keine neuen Erkenntnisse gebracht, bekräftigen die Fraktionsvertreter jetzt gegenüber der WZ. Zumindest keine, die die Lokalpolitiker vom Gegenteil überzeugt hätten.

Die Argumente der WSW kamen bei den Politikern nicht an

Die WSW wollten bekanntlich die Linienführung ändern – und ernteten heftigen Gegenwind. Vor allem die Argumentation, dass Grund für den Plan die ewigen Falschparker in der Hubertusallee seien, die den Bussen ein Durchkommen erschweren, wollten insbesondere die Bezirksvertreter nicht gelten lassen. Das Argument der WSW, dass über den Tag auch nur wenige an der aktuellen Haltestelle überhaupt aussteigen, kam nicht an.

Wenn für viele Nutzer klar sei, dass der Bus vielleicht wieder stecken bleibe, fahren sie gar nicht erst mit, kritisierten die Bezirksvertreter. In der Sitzung im September lehnte das Gremium die Vorlage deshalb ab. In der November-Sitzung soll stattdessen die Verwaltung aufgefordert werden, Alternativen, etwa wie das Parkproblem dort verringert werden kann, zu entwickeln. Darin waren sich Sabine Schmidt (SPD), Karl-Friedrich Kühme (CDU) und Kordula Pfaller (Grüne) nach dem Ortstermin einig.

Dass der Bus kaum noch durchkommt, so stellten die Bezirksvertreter vor Ort fest, könne schon passieren, wenn nur zwei Autos ungeschickt parken. Wobei ungeschickt nicht immer direkt falsch heißt. Deshalb ist nun eine mögliche Anregung an die Verwaltung, die Markierungen anzupassen.

Eine weitere, wie Kühme erklärte, sei die Prüfung, ob an einigen Stellen nicht halbachsiges Parken auf dem Gehweg möglich ist. „Da wäre noch genug Platz für Fußgänger“, stellt Kühme klar, der die Situation rund um den Zoo kennt. „Wenn der geschlossen ist, gibt es auch genug Parkplätze hier“, hat er beobachtet. Dass es Parkdruck gibt, will er aber nicht verhehlen. Eine Idee sei deshalb auch, über einen zweiten Zoo-Eingang am Boettingerweg nachzudenken und den Bus über eine Schleife dorthin an eine Haltestelle fahren zu lassen. Das ganze Thema, räumt Kühme ein, sei vielleicht aber auch eher Sache des Verkehrsausschusses.

Kordula Pfaller sieht keine Notwendigkeit für eine Verlegung der Haltestelle, wie von den WSW vorgeschlagen. Zumal der Fußweg zum Zoo für ältere Menschen und Gehandicapte schwieriger geworden wäre. Bei möglichen verkehrlichen Änderungen zum Parken müsste man allerdings im Hinterkopf behalten, dass diese mit der Denkmalbereichssatzung, die für das Zooviertel gilt, in Einklang gebracht werden müssten. Sabine Schmidt regt an, dass, ähnlich wie am Ölberg Autofahrer für richtiges Parken sensibilisiert werden müssten, etwa mit Plakaten und ähnlichem.

Ob’s hilft? Am Ölberg gibt es dennoch Probleme mit steckengebliebenen Bussen, wie die WSW regelmäßig berichten. Auch im Zooviertel, das war von den Parteien zu hören, käme man wohl nicht umhin, Parkplätze deshalb zu streichen.

Beschluss der BV
ist für die WSW bindend

Während die Politik bei ihrer Haltung zur Linie 639 größtenteils einig scheint, gab es von Bewohnerseite vorab auch gegensätzliche Meinungen zu hören. Viele könnten nicht verstehen, „dass sich die 639 überhaupt durch die Hubertusallee quält“, wie es eine Leserin gegenüber der WZ ausdrückte.

Die WfW berichtete von den Sorgen von Anwohnern, dass, wenn der Bus weiterhin öfter stecken bliebe, die WSW die Linie vielleicht ganz streichen. Der Beschluss der BV ist aber erst einmal bindend für die WSW. Er habe die gleiche Qualität wie ein Ratsbeschluss, hatte WSW-Sprecher Holger Stephan betont.