Buga: „Quga“ soll Wuppertalern Appetit machen

Bundesgartenschau in Wuppertal? : „Quga“ soll Appetit auf Buga machen

Jährlich sollen Gartenschauen in den Quartieren die Stadtteile in den Vordergrund rücken. Ronsdorf könnte den Auftakt bilden.

2031 könnte es soweit sein: Die Bundesgartenschau macht Station in Wuppertal. Ob das klappt, ist zwar noch nicht sicher. Antonia Dinnebier vom Förderverein Historische Parkanlagen hat allerdings schon eine Idee, Appetit auf das Thema Buga zu machen. Jährlich soll eine Quartiersgartenschau, kurz „Quga“, die Wuppertaler auf den Geschmack bringen. Der Auftakt könnte für 2019 mit Ronsdorf erfolgen.

Vor allem die Stadtteile sollen einbezogen werden, die in den aktuellen Buga-Planungen bislang eher weniger oder gar nicht berücksichtigt werden - wie eben Ronsdorf. Dort steht in diesem Jahr der 150. Geburtstag des Verschönerungsvereins ein, der mit seinen Ronsdorfer Anlagen eine große Park- und Waldanlage für die Öffentlichkeit in Schuss hält. Jubiläen und ähnliche große Ereignisse sieht Dinnebier als mögliche Aufhänger für die jeweilige Quga. So gibt es Ideen etwa für 2020 (natürlich mit Friedrich Engels als Oberthema), 2023 (60 Jahre Bürgerverein Uellendahl) oder 2024 (150 Jahre Nützenberg).

Erste Ideen für einen Fahrplan für die kommenden Jahre

Die Planung sei erst noch ganz am Anfang, sagt Dinnebier mehrfach im Gespräch. Aber der Förderverein habe in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit den Bürgervereinen gemacht, mit denen man nun auch die Quga stemmen wolle. Auf der Versammlung des Stadtverbandes der Bürgervereine im Dezember hatte sie ein erstes Konzept bereits den anwesenden Vereinsvertretern vorgestellt. Die Resonanz sei positiv gewesen. „Es gab aber natürlich auch noch viele Nachfragen“, erinnert sich die Verwalterin von Schloss Lüntenbeck. Wichtig sei aber, dass offenbar Interesse bestehe. Jetzt gelte es zu prüfen, was habe man schon vor Ort und was lasse sich einbinden, sagt Dinnebier, die betont: „Es geht nicht um die Glanzpunkte für die Touristen.“ Das sei dann eher Sache für eine Buga. Die Quga soll stattdessen die Stadtteile in den Vordergrund rücken.

Der Stadtverband stehe jedenfalls voll hinter dem Vorschlag, betont der Vorsitzende Peter Vaupel. „So kann ein Bewusstsein für die Buga bei den Wuppertalern geschaffen werden“, ist er überzeugt.

Eine „Quga“ für Ronsdorf? „Wir halten von so einer Idee natürlich ganz viel“, sagt Michael Heil, Vorsitzender des Verschönerungsverein. Gerade im Jahr des runden Geburtstages „stünde uns das gut zu Gesicht“. Jetzt müsse man schauen, ob und wie man die Idee umsetzen könne. Da sei aber auch die Stadt gefragt, erklärt Heil.

Zum Auftakt sollen nicht nur die Ronsdorfer Anlagen „bespielt“ werden, wie Dinnebier ankündigt. Interessant sei zum Beispiel auch die Talsperre. Mit ins Boot will sie den Ronsdorfer Heimat- und Bürgerverein holen. Und stadtweit stünden einige Gespräche an, weiß Dinnebier, um die Quga zu etablieren. Neben den Bürgervereinen seien zum Beispiel die Kleingärtner, die Gartenbetriebe oder auch die Friedhofsverwaltungen mögliche Ansprechpartner. Inhaltlich könnten die Qugas etwa durch Veranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen gefüllt werden. Führungen durchs Quartier sollen ermöglicht werden, dazu aber auch ohnehin stattfindende Projekte wie die Offene Gartenpforte eingebunden werden.

Stadt will die Quga begleiten
und unterstützen

Es bleibt natürlich die wichtige Frage nach einer Finanzierung. Laut Dinnebier würden die Vereine sich ja ohnehin engagieren. In den Qufa würde man das konzentrieren. Hoffnung setze sie aber auch auf Sponsoren und die Stadt.

Annette Berendes, Ressortleiterin Grünflächen und Forsten, verspricht: „Wir werden das auf jeden Fall begleiten.“ In welcher Form sei aber noch offen. Finanziell, räumt sie ein, sei es aus städtischer Sicht schwierig. Allerdings sei zum Beispiel angedacht, mögliche Sanierungsarbeiten im Stadtteil mit dem Zeitplan der Qugas abzustimmen. Spielplätze, aber auch Wald- und Parkanlagen sollen dann zum Termin der Quga hin auf Vordermann gebracht werden.

Dazu seien aber noch Absprachen notwendig, so Berendes. Viele Sanierungen hingen an Förderprogrammen. Und was eine Priorisierung angeht, müsste natürlich auch die Politik angehört werden, zum Beispiel die Bezirksvertretungen oder beim Thema Spielplätze der Jugendhilfeausschuss. „Man müsste das alles sehr genau planen“, erklärt Berendes. Aber vielleicht ließen sich Kräfte bündeln.

In einem sind sich alle Beteiligten einig: Auch wenn — aus welchen Gründen auch immer — keine Buga in Wuppertal stattfinden wird, habe eine jährliche Quga trotzdem ihren Vorteil: Die Stadtteile profitierten auf jeden Fall und konnten sich präsentieren.

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