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Bürgerbudget: Fuss e.V. will eine Parkpromenade für Barmen

Bürgerbudget : Fuss e.V. will eine Parkpromenade für Barmen

Der Verein hat eine ausgeschilderte, fußgängerfreundliche Verbindung von Nordpark und Barmer Anlagen in zwei Wettbewerbe eingebracht.

Zwischen Nordpark und Barmer Anlagen liegen gut zwei Kilometer und 30 Gehminuten. Wie wäre es also mit einer Verbindung zwischen den Parkanlagen – speziell für Fußgänger? Diese Idee einer „Parkpromenade Barmen“ hat die Wuppertaler Ortsgruppe des Vereins Fuss (Fachverband Fußverkehr Deutschland) entwickelt und ist damit schon ziemlich weit gekommen. Beim derzeit laufenden Bürgerbudget gab es genug Unterstützerstimmen, um den Vorschlag in die nächste Runde, den Gemeinwohlcheck, zu bringen.

Außerdem hat Fuss e.V. die Idee beim Landeswettbewerb „Zukunft Stadtraum – die besten Ideen für lebendige und natürliche Stadt- und Straßenräume“ eingereicht. Insgesamt 42 Projekte haben sich beim Wettbewerb, der vom NRW-Heimatministerium ausgelobt worden ist, angemeldet.

Die Parkpromenade Barmen ist der einzige Beitrag aus Wuppertal. Trotz der vielen Mitbewerber sieht Thorsten Niebuhr, Sprecher der Fuss-Ortsgruppe, die Sache auf gutem Weg: „Wir sind in Stufe 1 angekommen. Sobald wir eine Zusage von der Jury erhalten, sind wir in der entscheidenden 2. Stufe.“

Für Niebuhr gibt es mit der Nordbahntrasse bereits eine fußgängerfreundliche Ost-West-Verbindung. Die Parkpromenade werde das Angebot als „attraktive Verbindung zwischen Nord und Süd“ ergänzen. Während aber die Trasse erst neu geschaffen werden musste, „wollen wir mit der Promenade die vorhandenen Wege wiederbeleben“. Die Fußgänger sollen mit Wegweisern geleitet werden, die die jeweilige Entfernung zu den Parks in Gehminuten angeben.

Die Nordbahntrasse wird übrigens mit einbezogen, denn die geplante Nord-Süd-Verbindung soll sie zwischen Heubruch und Münzstraße kreuzen.

Zur Wegführung durchs Barmer Zentrum und die anschließenden Quartiere gehört auch, dass auf einzelnen Teilstrecken mehr Raum für Fußverkehr geschaffen wird. Entsprechend werden Treppenauf- und abgänge freigehalten, barrierefreie Zugänge ausgeschildert. Wer eine Verschnaufpause braucht, kann auf zusätzlich aufgestellten Ruhebänken Platz nehmen. Litfaßsäulen werden zu „Quartiers-Informationssäulen“ umgewidmet.

Schon auf den Treppen
auf den Park einstimmen

Diese Maßnahmen hätten Potenzial für ganz Wuppertal, findet Michael Felstau vom Förderverein historische Parkanlagen Wuppertal, der an dem Projekt aktiv beteiligt ist. In jedem Fall könne der Weg zwischen Nordpark und Barmer Anlagen selbst schon zum Erlebnis werden. Damit einher gehe eine Aufwertung der Wohnviertel, durch die die Parkpromenade führen soll. So lassen sich geschichtsträchtige Orte wie der denkmalgeschützte Hof Klingelholl neu entdecken.

Niebuhr liegt besonders der ökologische Mehrwert der Parkpromenade am Herzen. „Es geht um mehr Grün in der Stadt“, betont er. Der „Klimaanpassung“ dient unter anderem die Verschattung der Treppe am Heubruch. Wer hier unter einem Pflanzendach geht, hat nicht nur einen erstklassigen Sonnenschutz, sondern bekommt auch einen Vorgeschmack auf einen Parkbesuch.

Weitreichender noch wäre die Installation von „Bioswales“ entlang des Wegs. Hierbei handelt es sich um Grünstreifen mit Kanälen, die beim Versickern von Regenwasser helfen. Das kann bei Starkregen für einen Ausgleich sorgen. Darüber hinaus wird der Niederschlag als Grundwasser gespeichert, und an heißen Tagen kühlt die Feuchtigkeit den Straßenbelag.

Wie es mit der Parkpromenade und den dazugehörigen Maßnahmen weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Anfang Juni tagt die Jury des Landes-Wettbewerbs „Zukunft Stadtraum“. Am 22. Juni wird die Entscheidung bekanntgegeben, ob die Wuppertaler Ortsgruppe von Fuss e.V. mit ihrem Beitrag in die zweite Runde einzieht.