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Bürger kämpfen um ihre Linde

Bürger kämpfen um ihre Linde

In Barmen wehren Anwohner sich gegen die Fällung eines Lindenbaumes in ihrer Nachbarschaft. Deren Besitzer zeigten sich gestern überrascht – und gesprächsbereit.

Wuppertal. Wenn die Wuppertaler für etwas kämpfen - dann für das Grün in ihrer Umgebung: Diese Erfahrung macht gerade auch die Liegenschaftsverwaltung des Evangelischen Verwaltungsamtes. In den Blick rückt im aktuellen Fall eine stattliche Linde an der Dörner Brücke, die wegen ihres Wurzelwerks gefällt werden soll.

"Auch das beauftragte Fachunternehmen hat uns die Beseitigung des Baumes nahegelegt", berichtet Axel Stienecker-Dziwak von der evangelischen Liegenschaftsverwaltung. So habe das Wurzelwerk des Baumes eine Mauer am Kirchengelände beschädigt. Um die Sicherungspflicht zu erfüllen, habe man auf der Fläche bereits eine alte Weide fällen müssen. Als Ersatz für die Linde, die am Bürgersteig steht, will man an anderer Stelle auf dem Grundstück einen neuen Baum pflanzen.

Dass es (noch) nicht so weit gekommen ist, lag gestern an Anwohnern, die gegen die Fällung der Linde protestierten und Geld sammelten, um erst einmal das Schlimmste aus ihrer Sicht zu verhindern. "Die Linde ist nicht krank und der letzte große Baum hier weit und breit", sagt Jens Hogräfer, der in der Nachbarschaft wohnt. "Und die Grenzmauer sieht seit 15 Jahren so aus - da muss doch was zu machen sein."

Nach dem spontanen Protest bei der eigentlich schon angesetzten Fällaktion zeigt sich die Kirche zumindest gesprächsbereit. Stienecker-Dziwak: "Wir können natürlich nachvollziehen, dass jeder gefällte Baum schmerzt." Jetzt suche man gemeinsam nach einer tragbaren Alternative.