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Brücke heißt bald Martin-Gauger-Straße

Brücke heißt bald Martin-Gauger-Straße

Verwaltung erfüllt Wunsch der BV nach Beschilderung.

Elberfeld. An Martin Gauger erinnert bereits eine Brücke am Landgericht. Im vergangenen Jahr wurde sie nach dem Juristen benannt, der sich gegen die Nazis gestellt und das mit seinem Leben bezahlt hatte. Doch immer wieder hatten die Bezirksvertreter aus Elberfeld gefordert, dass neben der Gedenktafel auch ein Straßenschild aufgestellt werden soll. Das soll jetzt nachgeholt werden. In der kommenden Sitzung der BV am 27. Juni stimmen die Lokalpolitiker über den Vorschlag der Verwaltung ab, die Brücke in Martin-Gauger-Straße zu benennen. Dann würde der kurze Abschnitt in das offizielle Straßenverzeichnis der Stadt aufgenommen werden.

„Uns wäre die Bezeichnung Martin-Gauger-Brücke lieber gewesen“, sagt Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius (SPD). Der Kunstgriff mit der Straße im Namen sei aber wohl die einzige formale Möglichkeit, dass der Bereich ins Straßenverzeichnis aufgenommen werde und damit zum Beispiel auch über die Navigationsgeräte im Auto gefunden wird. „Hauptsache, das Schild kommt“, sagt deshalb Vitenius.

Die „neue“ Straße dürfte eine der kürzesten in Wuppertal sein. Bislang machte diesen Titel ein Trio unter sich aus. Die Fritz-Brass-Treppe in Elberfeld (als Straße gewidmet) kommt auf gerade mal 18 Meter. Die Adolf-Röder-Gasse in Barmen (23 Meter) — benannt nach dem 1983 verstorbenen Maler, Grafiker und Galeriebesitzer („Palette Röderhaus“ am Sedansberg) verbindet die Zwinglistraße und den Werth. Die Stocksgasse, die an einen alten Familiennamen erinnert, führt über 28 Meter vom Wall bis zum Wirmhof.

Martin Gauger war am 4. August 1905 in Elberfeld geboren worden. 1933 begann er bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal zu arbeiten. Nachdem er 1934 den Eid auf Hitler verweigert hatte, wurde er sofort von den Nationalsozialisten entlassen. Später floh er in die Niederlande, wurde verhaftet und in Pirna vergast. Nach ihm ist ein Preis benannt, den der Bund der Richter und Staatsanwälte in NRW alle zwei Jahre an Schülerprojekte zum Thema Menschenrechte verleiht. est