Brucher Stiege in Wuppertal ist ein „Angstraum“

Kritik : Brucher Stiege ist ein „Angstraum“

Bezirkspolitik ärgert sich über den Zustand der Treppe. Stadt will Abhilfe schaffen.

Es ist kein Ort, der zum Verweilen einlädt: Der Fußweg Brucher Stiege wird von den meisten Passanten äußerst zügig durchquert. Hier gilt die Devise: Augen zu und durch. Hintergrund ist das äußerst ungepflegte Erscheinungsbild der Verbindung zwischen der Kaiserstraße und dem Park-and-Ride-Platz Vohwinkel. Büsche und Unkraut wuchern über die Treppe, dazwischen liegt Abfall aller Art. In der Dunkelheit wird es noch unangenehmer. Durch den ungebremsten Grünbewuchs kommt das Licht der angrenzenden Laternen nicht mehr richtig durch.

In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung stieß der schlechte Zustand des Fußwegs auf deutliche Kritik. „Ich würde da nachts nicht alleine hergehen wollen“, sagt Anwohner und CDU-Ratsherr Mathias Conrads. Er fordert Abhilfe. Ähnlich sehen es die Vertreter des Vohwinkeler Bezirksjugendrats. Sie haben die Brucher Stiege als „Angstraum“ eingestuft. Die Stadt räumt Versäumnisse ein und kündigt eine baldige Verbesserung der Situation an. „Es wird zeitnah einen Rückschnitt der Büsche und gleichzeitige eine Reinigung geben“, sagt Michael Kaiser vom Ressort Grünflächen und Forsten. Es handele sich hier zwar grundsätzlich um Bahngelände, es gebe aber einen Vertrag zur Unterhaltung mit der Stadt. Die Verwaltung habe wiederum ein Unternehmen mit dieser Aufgabe betraut. „Dabei gab es anscheinend ein Missverständnis und es wurde nur der obere Bereich am Park-and-Ride-Platz gepflegt“, so Kaiser. Die Firma sei bereits angewiesen worden, die noch offenen Arbeiten möglichst schnell nachzuholen.

Von der Vohwinkeler Politik wird das ausdrücklich befürwortet. „Es ist allerhöchste Zeit, dass hier etwas passiert“, sagt Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD). Er verweist auf die Bedeutung des Fußwegs für Pendler. Dieser wird gern als schnelle Verbindung zwischen dem Parkplatz und dem Busbahnhof Bruch genutzt. Bezüglich der derzeit schlechten Lichtverhältnisse sieht die Stadt keinen zusätzlichen Handlungsbedarf. „Die Treppe Brucher Stiege wird durch eine ausreichende Anzahl von Laternen beleuchtet“, heißt es in einem Schreiben des Verkehrsressorts. Diese würden durch den starken Grünbewuchs allerdings verschattet. Dieses Problem werde mit dem veranlassten Rückschnitt behoben.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Fußweg für Ärger sorgt. Bereits die Benennung verlief nicht konfliktfrei. Dieser ging ein Wettbewerb der Bezirksvertretung voraus. Das Ergebnis Brucher Stiege wurde von der Verwaltung aber zunächst nicht anerkannt. Erst nach heftigen Protesten aus dem Stadtteilgremium blieb es bei diesem Namen.

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