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Brenda Boykin singt sich in die Herzen der Wuppertaler

Konzert : Boykin singt sich in die Herzen

Die Grande Dame des Blues spielte mit Band in der Färberei.

Eine lange Schlange bildete sich im Eingangsbereich der Färberei, bat doch die Grande Dame des Blues und Jazz der Stadt zum Konzert. „Hallo Freunde, schön dass ihr hier seid“ – unverkennbar das Timbre ihrer Stimme als Brenda Boykin die Wartenden noch vor Konzertbeginn begrüßt. Man kennt und umarmt sich, Boykin strahlt.

Seit 2004 ist sie in Wuppertal zuhause und hat sich ein begeistertes Stammpublikum ersungen. Mag sie auch in ihren Bewegungen eingeschränkt sein, Gehhilfe und Stock sind ihre Begleiter, das innere Feuer lodert. Auf der Bühne sitzt sie auf einem Stuhl und hat alles im Griff. Unablässig in Bewegung ist sie, klopft mit dem Stock den Takt, singt mit einer scheinbaren Leichtigkeit und tanzt quasi auf ihrem Stuhl. Begleitet wird sie beim „Uptown Groove“ von vier exzellenten Musikern. Roman Babik (Klavier), Matzke Bangert (Bass), Marcel Kolvenbach (Drums) und Karlos Boes (Tenorsaxophon) eröffnen mit einem funky- bluesigem Stück, gespickt mit fesselnden Einzelsolo. Brenda Boykin steigt ein, zu Beginn ein „Old Blues for you“. Mit dem Tenorsaxophon liefert sie sich einen Wechsel, stakkatomäßig stößt sie blitzschnell die Silben heraus, das Sax antwortet mit einem herrlichen Sound. Nicht minder fesselnd die Parts von Bass, Klavier und Drums.

Immer wieder geliebt ihre launigen Ansagen, gleichzeitig einfühlsam, lebendig und unterhaltend. Sie amüsiert sich über den Gleichklang von „Händchen halten“ und „Hähnchen halten“, bei dem Lied ging es um ersteres. Mit ihrer Performance hat sie das Publikum sofort für sich gewonnen. Ihr Körper wiegt sich im Rhythmus, die große Bandbreite ihrer Stimme ist eine perfekte Ergänzung zum groovigen Sound. Sie stellt sich nicht in den Vordergrund, gibt den Musikern Raum und animiert sie zu tollen Soloparts „Come on, come on, don`t stop“. Sie singt Stücke von Mahalia Jackson und Roberta Flack. Zu „Lord don`t move that mountain“ gibt sie ausführliche Erklärungen zum Hintergrund und singt dann mit einer Inbrunst, die zu Herzen geht. Es geht um die Kraft, Probleme zu bewältigen, sie findet den Bogen zu Donald Trump und haucht dazu passend „Das Gute soll gewinnen, das Gute soll gewinnen, das Gute soll gewinnen ….“ zum Tenorsolo ins Mikrofon, ihre Spontanität ist belebend. Dann erzählt sie von ihrem Idol Brenda Lee, eine der ersten Rock ‚n’ Roll Sängerinnen, die sie in jungen Jahren bei einem Konzert erlebte. „You can depend on me“ ist allerdings ein eher softes Jazzstück. Differenziert ihre musikalische Darbietung zu allen Stücken.

Das Konzert ist ein Guss aus einfühlsamen und fesselndem Gesang und mit musikalischer Finesse gewürzter instrumentaler Begleitung der Bandmitglieder. Zusammen ein packender Gesamtklang von Blues- und Jazztönen. Beides erreichte die Herzen der Zuhörer und ließ gleichzeitig die Beine zucken.

Zwei weitere „Uptown Groove Konzerte“ mit Brenda Boykin und ihrer Band gibt es in der Färberei: am 11. 3. und am 15. 4. um jeweils 19.30 Uhr. bru