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Brände am Ostersbaum in Wuppertal: Angeklagtem droht lebenslange Haft

Feuer am Ostersbaum in Wuppertal : Angeklagtem droht nach Brandserie lebenslange Haft

Nach einer Brandserie am Ostersbaum in Wuppertal im Spätsommer 2019 steht der Angeklagte seit Freitag vor Gericht. Zum Prozessauftakt schwieg der 23-Jährige.

Nachdem es im August und September vergangenen Jahres eine Brandserie am Ostersbaum in Elberfeld gegeben hat, hat am Freitag der Prozess am Landgericht Wuppertal gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Ein 23-Jähriger ist angeklagt wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchter schwerer Brandstiftung und versuchter besonders schwerer Brandstiftung in drei Fällen.

Er soll gegen 5 Uhr am frühen Morgen des 28. August 2019 im Keller eines Hauses an der Ewaldstraße an zwei Stellen Feuer gelegt und dann das Haus verlassen haben. Das Feuer sei durch eine ausgelöste Wasseranlage gelöscht worden. Am 30. August soll er in einem Keller eines Hauses an der Stuttbergstraße vier Stellen im Keller und einen Kinderwagen im Hausflur angezündet haben. Zum Tatzeitpunkt, 3 Uhr am Morgen, sind laut Anklage mindestens sechs Bewohner im Haus gewesen. Zwei davon mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Am 11. September 2019 soll der Angeklagte zwei Feuer im Keller eines Hauses an der Lothringer Straße gelegt haben, um 3 Uhr am Morgen. Beim Verlassen des Hauses wurde er dann von der Polizei verhaftet, die ihn schon observiert hatte. Zwei Beamte alarmierten die 16 Bewohner, wobei einer sich wegen des dichten Qualms im Treppenhaus beinahe verirrt und ein zweiter den Ausgang nicht mehr gefunden habe. Ersterer sei mit Atemproblemen noch vor die Tür gekommen, der zweite habe sich an ein Fenster gerettet und auf die Feuerwehr gewartet.

Seit dem 12. September
in Untersuchungshaft

 Auch an der Lothringer Straße hatte es im September 2019 gebrannt.
Auch an der Lothringer Straße hatte es im September 2019 gebrannt. Foto: Tim Oelbermann

Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte in Kauf genommen, Menschen zu töten und Häuser zu zerstören. Der Angeklagte, schwarze Brille, gekleidet in schwarzem T-Shirt und schwarzer Hose, kam aus der Untersuchungshaft ins Gericht. Er ist seit dem 12. September inhaftiert. Er sagte nichts zu den Vorwürfen. Einlassungen zur Anklage wollen er und sein Anwalt unter Umständen beim nächsten Termin machen, der am 13. Juli stattfindet. Zeugen und Gutachter sollen ab dem dritten Termin gehört werden. Angesetzt sind insgesamt zehn Termine bis zum 27. August. Dem Angeklagten droht unter Umständen eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Im August und September 2019 hatte es acht Brände am Ostersbaum in Elberfeld gegeben – Teil der Anklage sind nur drei. Warum, das kam zum Prozessauftakt nicht zur Sprache. Die Polizei hatte damals Videoaufnahmen aus dem Umfeld der Brände ausgewertet und den heutigen Angeklagten darauf entdeckt, ihn anschließend überwacht. So konnte er beim letzten Brand verhaftet werden. Er habe damals gesagt: „Ich bin krank“.