Blitzer spülen mehr als drei Millionen Euro in die Stadtkasse

Blitzer spülen mehr als drei Millionen Euro in die Stadtkasse

Polizei und Ordnungsamt waren auch 2017 überaus aktiv. Regelmäßig wird an mehr als 150 Stellen im Stadtgebiet kontrolliert.

Eine Sekunde unachtsam, abgelenkt oder zu eilig: Schon ist es passiert und das unvermeidliche Blitzerfoto entstanden. In Wuppertal wird rege geblitzt, und zwar insbesondere von der Polizei und Mitarbeitern der Stadt. Festgehalten werden nicht nur Geschwindigkeitsüberschreitungen, sondern unter anderem auch Ampelverstöße.

Von Januar bis November 2017 — die Dezember-Zahlen lagen noch nicht vor — weist die Blitzerstatistik insgesamt 135 643 Fälle aus, davon 4915 bei der Rotlichtüberwachung, 50 332 bei der stationären Überwachung und 80 396 bei der mobilen.

Besonders „einträgliche“ Zeiten waren dabei offenbar die Frühlingsmonate März, April und Mai, bei der mobilen Überwachung auch Oktober und November. So wurden im Oktober 2017 insgesamt 8310 Fälle verzeichnet.

Zum Vergleich: Die Statistik für 2015 weist 124 743 Fälle aus, im Jahr 2016 waren es insgesamt 149 357.

2015 spülten unter anderem Blitzer 3,262 Millionen Euro in die Kasse. Davon stammten 2,55 Millionen Euro aus Tempo- und 711 000 Euro aus Rotlichtverstößen. Im Jahr 2016 waren es 3,86 Millionen Euro. Für 2017 werden 3,662 Millionen Euro angegeben.

Rechnet man weitere Erträge aus Verwaltungsgebühren und Bußgelder der Polizei hinzu, ergibt sich nach Abzug von Aufwendungen gar ein Ergebnis von rund 6 Millionen Euro für das Jahr 2016. Für 2017 wird bei der Überwachung des fließenden Verkehrs von einem Ergebnis ausgegangen, das knapp darunter liegen könnte, bei 5,803 Millionen Euro.

Im städtischen Haushalt sind Erträge aus der Verkehrsüberwachung feste Posten, wie Stadtkämmerer Dr. Johannes Slawig erläutert. Die genannten 3,6 Millionen Blitzer-Euro etwa seien für den Haushaltsausgleich „schon eine relevante, kritische Größe“, die keineswegs außer Acht gelassen werden könne. In diesem Jahr sollen die Zahlen sogar noch höher ausfallen: „Die Einnahmeerwartung ist ab dem Jahr 2018 deutlich erhöht, weil dann die Geschwindigkeitsüberwachung auf der A 46 beginnen wird“, so Slawig.

Bei der Polizei liegt die aktuelle Statistik für das vergangene Jahr noch nicht vor, heißt es auf Nachfrage, doch auch dort ist die Verkehrsüberwachung regelmäßig im Einsatz, wie ein Polizeisprecher mitteilt. „Wir haben etwa 150 Standorte im Stadtgebiet, an denen wir die Geschwindigkeit messen“, heißt es von der Wuppertaler Behörde. Dabei handele es sich in erster Linie um Bereiche in Nähe von Schulen, Kindergärten, Altenheimen und Tempo-30-Zonen sowie Unfallschwerpunkte, „also überall dort, wo wir einen besonderen Bedarf sehen“.

Ob und wann ein Weg, eine Straßenkreuzung oder Einmündung als Unfallschwerpunkt anzusehen sei, werde anhand der Unfallstatistik und aktueller Entwicklungen immer wieder neu bewertet und eingestuft. Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit als Unfallursache komme bei der Einschätzung dabei natürlich eine besondere Rolle zu, so die Polizei.

Neben Autos ist auch ein besonderes Motorrad im Einsatz: Das sogenannte Provida-Krad zur Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung, war 2107 im Stadtgebiet unterwegs — mit dem Ergebnis von 191 Geschwindigkeitsverstößen und 64 Fahrverboten — allein durch den Motorrad-Einsatz, so die Auskunft. „Normale“ Kontrollen werden ohnehin auch vorgenommen, und zwar rund ums Jahr: Geblitzt wird nach Auskunft der Polizei im Grunde jeden Tag irgendwo im Stadtgebiet.

Mehr von Westdeutsche Zeitung