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Blitzer: Schon 900 000 Euro

Blitzer: Schon 900 000 Euro

Raser im Tal werden nicht weniger. Kontrollen aber auch nicht.

Wuppertal. Man hat das Verkehrsschild nicht gesehen. Man kommt viel zu spät zu einem Termin. Man fühlt sich vom Hintermann verfolgt und will flüchten. Man hat einen Krampf in der rechten Wade. Der Fahrer im Nebenwagen hat zum Duell herausgefordert. Um Ausreden werden Geschwindigkeitsübertreter nie verlegen.

Fakt ist: Trotz konsequenter Verkehrs-Überwachungen sind noch immer keine sinkenden Zahlen in der Raser-Statistik abzusehen. "Wir haben nicht den Eindruck, dass sich da etwas verändert", sagt Carsten Vorsich vom städtischen Ordnungsressort.

Auf knapp drei Millionen Euro haben sich die Verwarn- und Bußgelder für Raser auf Wuppertals Straßen im vergangenen Jahr summiert, wie Vorsich gestern mitteilte. Geblitzt hatte es 2007 mehr als 82 000-mal. Auch in diesem Jahr ist der Gesamtbetrag bereits bei rund 900 000 Euro angelangt: Das besagt die statistische Auswertung der mobilen Geschwindigkeitsüberwachung für die ersten drei Monate 2008, die Vorsich im Verkehrsausschuss vorstellte.

Bisheriger Spitzenreiter ist ein Raser, der an der Straße Mollenkotten in Nächstebreck statt der erlaubten 50 satte 107 Stundenkilometer auf dem Tacho hatte. 175Euro Bußgeld wurden fällig, dazu gab es vier Punkte in Flensburg und zwei Monate Fahrverbot. Drei weitere Raser erhielten an dieser Stelle eine Bußgeldstrafe, dazu kamen 101 Verwarngeld-Bescheide (unter 40Euro).

Auch auf der Friedrich-Engels-Allee in Barmen wird nach wie vor gerast: In diesem Jahr brachte es ein Autofahrer auf 101 Stundenkilometer - 50 sind erlaubt. Im vergangenen Jahr betrug die höchste Übertretung dort 113 Stundenkilometer.

"Wir messen letztlich so gut wie immer an den selben Stellen zwischen 6 und 22 Uhr", sagt Carsten Vorsich: "An Unfallhäufungsstellen auf Hauptverkehrsstraßen sowie in schützwürdigen Zonen, also dort, wo zum Beispiel ein Kindergarten, eine Schule oder ein Altenheim ist." Beispiel Friedrich-Engels-Allee: Dort waren von Januar bis März dieses Jahres 856 Fahrer zu schnell unterwegs, 17 davon mit mehr als 20 Stundenkilometern über der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit, einer von ihnen sogar mit mehr als 40.

Besonders häufig messen die vier Blitz-Fahrzeuge laut Vorsich - auch in diesem Jahr wird es bei dieser Anzahl bleiben - an der B7, Warum es trotz dieser Kontroll-Routine und der konsequenten Knöllchen-Verfahren immer wieder zu teilweise enormen Geschwindigkeits-Übertretungen kommt, kann Vorsich nach eigenen Angaben nicht beantworten.

Statistisch belegt ist allerdings, dass die Unfall-Zahlen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2006 gesunken sind - möglicherweise ein Ergebnis der konstanten Geschwindigkeitsmessungen im Tal. Ob sich der Trend in diesem Jahr fortsetzt, steht derzeit noch nicht fest.