1. NRW
  2. Wuppertal

Verkehr: Blitzer an der Südstraße wird umgerüstet

Verkehr : Blitzer an der Südstraße wird umgerüstet

Anlage wird auf Radar umgestellt. Mitte Januar soll neue Technik im Einsatz sein.

Die Blitzer-Anlage an der Südstraße ist von der Stadt abgebaut worden. Sie fällt aber nicht gänzlich weg, auch wenn der eine oder andere Autofahrer das hoffen dürfte. Stattdessen wird sie Mitte Januar im Zuge eines Systemwechsels durch eine neue Technik, nämlich eine Umstellung von Induktion auf Radar, ersetzt.

Die Ampel und deren Blitzlichtanlage an der Südstraße/ Ecke Viehhofstraße in der Elberfelder Südstadt haben in der Vergangenheit die Wogen der Verärgerung hochschlagen lassen. Es waren „unverhältnismäßig“ viele Autofahrer, die beim Abbiegen geblitzt und mit nicht unerheblichen Bußgeldbescheiden und zum Teil mit Fahrverboten belegt wurden, sagt Rechtsanwalt Tim Geissler.

Anfangs haben viele Fahrer
die Ampeln verwechselt

Denn bis zu einer Änderung 2017 wurden viele Autofahrer geblitzt, die über Rotlicht fuhren, weil sie die falsche Ampel im Blick hatten. Abbieger- und Geradeaus-Ampel waren nicht parallel geschaltet.

Viele Autofahrer fühlten sich aufgrund der unübersichtlichen Ampelanlage ungerecht behandelt und legten – zum großen Teil mit Erfolg – Einspruch gegen die verhängten Strafen ein. „Es war aufgrund des Straßenverlaufs und der Anbringung der Lichtsignalanlage eine eindeutige, fehlerfreie Wahrnehmung der Ampelanlage für die Betroffenen nicht möglich“, so Geissler. So sei es zu einem „Augenblicksversagen“ bei den Fahrzeugführern gekommen, was zu einer unnatürlich hohen Anzahl an qualifizierten Rotlichtverstößen geführt habe– also zu Fällen, in denen die Ampel länger als eine Sekunde lang Rot anzeigt habe.

„Während in der Regel eine Quote von 30 bis 35 Prozent an qualifizierten Rotlichtverstößen normal ist, sind es nach einer Sachverständigen-Erhebung an der Südstraße 97 Prozent“, so Geissler.

Schon 2017 hatte die Stadt aber nachgebessert und für klarere Verhältnisse gesorgt - mit dem Erfolg, dass weniger Fahrer geblitzt wurden, also weniger Rotlichtverstöße stattgefunden haben.

Die Verwaltung hatte den Blitzer zum Schutz der Fußgänger aufstellen lassen. Stadtsprecher Thomas Eiting weist darauf hin, dass die Unfallkommission diesen Standort nicht ohne Grund festgelegt habe. Eine Anlage dort sei immer noch sinnvoll. „Die neue Anlage wird Mitte Januar installiert, und es werden selbstverständlich auch weiterhin Rotlichtverstöße geahndet.“

Für Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius waren die Maßnahmen der Stadt richtig und erfolgreich. „Natürlich bin ich über diese verbesserte Ampeltrennung erfreut, zumal es sich bei den Rotlichtsündern wohl eher um Autofahrer handelte, die einem Irrtum erlegen sind.“

Rechtsanwalt Geissler, der für seine Mandanten gegen Bußgeldbescheide und Fahrverbote vorgegangen ist, zweifelt generell am Standort der Anlage: „Meines Wissens hat es infolge der Rotlichtverstöße keinen Unfall gegeben. Ich meine, dass es für die Stadt Wuppertal an anderen Stellen größeren Handlungsbedarf gibt.“