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Blitzen für den Umweltschutz

Blitzen für den Umweltschutz

Die Stadt möchte zwei feste Blitz-Anlagen an der L81 installieren – und damit die Schutzzone der Herbringhauser Talsperre absichern.

Wuppertal. Dass die Stadt Wuppertal sich mehr stationäre Blitzer wünscht, ist kein Geheimnis - argumentiert wird in der Regel mit hohen Unfallzahlen, zu vielen Temposündern und dem Umstand, dass die Radarwagen besonders brisante Strecken immer nur vorläufig überwachen können.

In einem aktuellen Vorstoß führt die Stadtverwaltung jetzt auch den Umwelt- und Wasserschutz ins Feld: Um die Wasserschutzzone an der Herbringhauser WSW-Talsperre auf Dauer abzusichern, sollen an der L 81 zwei feste Starenkästen installiert werden.

Dieser Vorschlag ist Thema im Verkehrsausschuss, der sich am Dienstag zu einer Sitzung trifft (ab 16Uhr bei den WSW an der Wartburgstraße 41). Auf etwa zwei Kilometer Länge führt die Verbindungsstraße zwischen der B 51 in Lüttringhausen und Beyenburg durch die Wasserschutzzone der Oberen Herbringhauser Talsperre. Sollte dort nach einem Unfall Motoröl oder Benzin auslaufen, könnte sehr schnell auch die Trinkwasserversorgung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Mit Blick auf die Gefahrenlage mache, so die Stadt, die Bezirksregierung Druck - und droht an, den Bereich der Landesstraße als Wasserschutzzone I auszuweisen. "Dies hätte eine Sperrung der Straße zur Folge", heißt im Bericht der Verwaltung weiter. Damit werde dann eine seit 200 Jahren bestehende, wichtige Wegverbindung gekappt.

Dass die hohen Unfallzahlen auf der L 81 nach einer Erneuerung der Fahrbahndecke vor fünf Jahren zurückgingen, täusche nicht darüber hinweg, dass das zulässige Tempo dort "beträchtlich überschritten" werde. Daran ändere unter anderem auch die Beschilderung und die Ausweisung einer Tempo-40-Zone am sensiblen Straßendamm nichts.

Zur Errichtung der beiden Starenkästen gab es bereits einen Ortstermin der Stadt mit den Stadtwerken, der Polizei und dem Landesbetrieb Straßen NRW. Zudem liegt laut Stadt auch eine schriftliche Zustimmung der Bezirksregierung zur Blitzer-Montage vor.