Blau-Weiß Ronsdorf kämpft mit Mitgliederschwund

Blau-Weiß Ronsdorf kämpft mit Mitgliederschwund

Beim Neujahrsempfang berichtete der Vorsitzende Axel Bödefeld außerdem von Reparaturkosten in Höhe von 5000 Euro.

Ronsdorf. In den Vereinsfarben Blau und Weiß präsentierte sich am Sonntag der Himmel über der Anlage des Tennisclubs Blau-Weiß Ronsdorf, der seinen traditionellen Neujahrsempfang veranstaltete. Einmal mehr war das Clubhaus bestens besucht mit Gästen aus der lokalen Politik, von Sportverbänden, benachbarten Vereinen und der heimischen Wirtschaft, als Axel Bödefeld, der Vereinsvorsitzende, zunächst alles Gute zum neuen Jahr wünschte.

Ganz so freundlich wie der Himmel sah das Bild, das Bödefeld vom Verein malte, allerdings nicht aus. Dass man jetzt sieben Mitglieder weniger habe als vor einem Jahr mochte noch angehen. Dass sich einige Angehörige des Clubs zum Jahresende als passiv gemeldet hatten, war da schon unerfreulicher. „Da gehen uns Einnahmen verloren“, so Bödefeld, der noch einen ebenso seltenen wie unerfreulichen Vorfall vermelden musste. „Der Schneefall am zweiten Adventswochenende konnte von unserem Lawinengitter noch gehalten werden. Aber als es dann regnete und der Schnee immer schwerer wurde, hat er den Lawinenschutz mitgerissen. Zum Glück ist da gerade niemand vorbei gegangen, sonst hätte das böse enden können“, berichtete der Vorsitzende. „Außerdem ist unsere Heizung 14 Tage lang ausgefallen und musste repariert werden. Das waren insgesamt 5000 Euro Verlust, die wir irgendwie ausgleichen müssen.“

Doch dann gab es Erfreuliches zum jungen Jahr 2018: „Wir haben mit Manfred Stuckmann einen neuen Platzwart, der viel Erfahrung mitbringt und sich im letzten Jahr schon bewährt hat“, so Bödefeld, der auch gleich einen neuen alten Bekannten vorstellte: „Unser Freund Dino Gulcz wird unseren bisherigen Cheftrainer Edy Topham zum 1. Mai ablösen. Er ist Ronsdorfer, und von ihm versprechen wir uns auch eine Signalwirkung für die Bürger im Stadtteil.“

Jugendwart Christian Haussels und Dino Golcz halten auch enge Verbindung zur Gemeinschaftsgrundschule Echoer Straße, mit der zusammen im Sommer unter fachlicher Anleitung eine Projektwoche geplant ist. „Wenn da 20 Kinder eine Woche lang Tennis spielen, dann sollten eigentlich mindestens fünf von ihnen Lust bekommen, bei uns zu bleiben und Mitglied zu werden“, hofft Axel Bödefeld. „Am besten wäre es, wenn sie auch ihre Eltern mitbringen würden. Denn da soll sich wieder meine These bewahrheiten, dass Tennis der ideale Familiensport ist.“

Aber die blau-weißen Ronsdorfer schauten nicht nur auf sich, sondern riefen zu einer Spendenaktion für die 21 Monate alte Nela König auf, die an einem Gehirntumor erkrankt ist. Das Blau-Weiß-Gastronomen-Ehepaar Mary und Bojan Komic ist es, das seit Jahren mit der Hilfe der Mitglieder bedürftige Menschen in Bosnien unterstützt, diesmal jedoch Not vor der eigenen Haustür entdeckt hatte und spontan helfen wollte. Bitten, die gestern Morgen nicht ungehört verhallten — schließlich sieht sich der Stadtteil auf den Südhöhen als eine große Familie.

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