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Bisher sind die Wuppertaler gut durch die Hitze gekommen

Hitzewelle : Bisher sind die Wuppertaler gut durch die Hitze gekommen

Seit Tagen werden in Wuppertal Temperaturen von deutlich mehr als 30 Grad gemessen. Zwar werden die Rekordwerte des Vorjahres, als das Thermometer in den Innenstädten auf 40 Grad kletterte, in diesem Sommer wohl nicht erreicht, doch die Hitze setzt vielen Wuppertalern mächtig zu.

Prof. Bernd Sanner, Chefarzt am Agaplesion Bethesda Krankenhaus in Wuppertal, ist Spezialist für Bluthochdruck. Er rät Patienten, die blutdrucksenkende Mittel einnehmen, regelmäßig zu trinken. „Durch das Schwitzen geht viel Flüssigkeit verloren. Am Ende des Tages kann das bei einem extremen Flüssigkeitsverlust zu Schwindel und Übelkeit führen, da der Blutdruck zu stark abfällt“, sagt der Experte.

Wer es in diesen Tagen mit einer Mahlzeit im Freien versucht hat, der dürfte Bekanntschaft mit Wespen gemacht haben. „Die Zahl der Fälle von Patienten, die von Wespen gestochen wurden, hat mit allen Formen von allergischen Reaktionen in den vergangenen Tagen zugenommen“, berichtet Sanner. Feuchtigkeit und Wind sei das, was die Wespen gar nicht mögen. „Man sollte also nicht in ihre Richtung pusten, das macht sie aggressiv.“

Grundsätzlich rät der Chefarzt, bei ernsthaften Beschwerden und Symptomen rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Niemand muss in unserem Krankenhaus eine Infektion mit dem Corronavirus befürchten. Der Bereich zur Aufnahme von Coronapatienten ist von den anderen Bereichen strikt getrennt.“

Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef, Petrus-Krankenhaus und St. Anna-Klinik verzeichnet in der aktuellen Hitzewelle kein erhöhtes Patientenaufkommen. Die Erfahrung aus den vorherigen heißen Sommern zeige, dass es meist zwei bis drei Wochen dauert, bis es zu größeren gesundheitlichen Problemen der Bevölkerung kommt.

„Unseren stationären Patienten versuchen wir ihren Aufenthalt auf ihren Zimmern durch Abdunkelung, auf Wunsch durch kühlende Waschungen oder kalte Waschlappen sowie gratis Wasser, welches ihnen immer zur Verfügung steht, so angenehm wie möglich zu gestalten“, sagt Vanessa Kemper, Sprecherin des Klinikverbundes.

Ab einer Konzentration von 120 µg/m³ Ozon können durchschnittlich empfindliche Menschen gesundheitliche Beeinträchtigungen erfahren, wobei Augen- und Atemwegreizungen sowie Kopfschmerzen auftreten können. Sportliche Dauerleistungen im Freien sollten nach Möglichkeit vermieden werden. An der Messstation in Langerfeld wurde am Dienstag um 16 Uhr ein Wert von 135 µg/m³ gemessen. ab/kati