Bildungsbund sucht Gebäude für erste deutsch-türkische Kita

Bildungsbund sucht Gebäude für erste deutsch-türkische Kita

Im Sommer soll es losgehen. Die Stadt ist dafür.

Wuppertal. Der Bergische Bildungsbund will einen bilingualen deutsch-türkischen Kindergarten in Wuppertal gründen. Dafür sucht der Verein, der derzeit zirka 80 Kinder und Jugendliche aus allen Schularten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch betreut und auch Eltern unterstützt, Räumlichkeiten - am liebsten in Elberfeld-Süd oder in Oberbarmen. Der erste formale Schritt ist bereits erledigt: Im Oktober wurde der Bildungsbund als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt.

"Wir haben erkannt, dass unsere Arbeit hier nicht mehr ausreicht. Es ist einfach zu spät, mit der sprachlichen Unterstützung in der 3. oder 4. Klasse zu beginnen. Das können weder die Eltern noch wir auffangen. Sprachliche Fähigkeiten müssen möglichst früh gefördert werden", erklärt der Vorsitzende des Bildungsbundes, Erol Okumusoglu, wie die Idee zu einem deutsch-türkischen Kindergarten entstand.

Jeweils ein Erzieher mit der Muttersprache deutsch beziehungsweise türkisch soll die Kinder betreuen und ihnen so beide Sprachen vermitteln. Dahinter steht der Ansatz, dass Kinder nur mit der Kenntnis der eigenen Sprache auch in der Lage sind, andere zu erlernen.

Beim Bildgungsbund hätten schon viele Eltern - auch aus benachbarten Gemeinden - ihr Interesse bekundet. Voraussichtlich mit zwei Gruppen für Kinder ab zwei Jahren soll es losgehen. Die Erzieher stehen schon in den Startlöchern, das Konzept ist fertig, nur die Räumlichkeiten fehlen noch. Ideal wäre eine leerstehende Kindertageseinrichtung oder ein Gebäude mit Platz für Gruppenräume, einer Küche und Außengelände. "Sobald wir Räume haben, möchten wir loslegen. Unser Ziel ist der Sommer 2009", sagt Erol Okumusoglu.

Sozialdezernent Stefan Kühn begrüßt das Engagement des Bildungsbundes. "Das ist für uns eine interessante Bereicherung." Ideal wäre aus Sicht der Stadt, wenn mit dem neuen Angebot eine Betreuungslücke, die in Elberfeld und Oberbarmen besteht, geschlossen würde. Dennoch knüpft die Stadt auch ganz konkrete Bedingungen an das Projekt: "Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass wir eine türkische Kita bekommen, in der nur türkisch gesprochen wird. Die Einrichtung muss dazu dienen, dass die deutsche Sprache besser erlernt wird."

Erol Okumusoglu ist optimistisch: "Unser Konzept ist bei der Stadt und dem Paritätischen sehr gut aufgenommen worden. Die Kita ist nicht allein als türkische Einrichtung gedacht, sondern als ein Kindergarten für Wuppertal. Die Nationalität der Eltern ist nicht ausschlaggebend."

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