Beyeröhde: Statiker entdeckt neue Risse in einsturzgefährdeten Häusern

Einsturzgefahr : Beyeröhde: Statiker entdeckt neue Risse

Gebäude 43, 45 und 47 bleiben gesperrt. Haus an der Eisenstraße 4 wird beobachtet.

„Die Suche nach einem Verursacher wird noch lange dauern“, sagte der Beigeordnete Frank Meyer, als er den Bezirksvertretern berichtete, wie der Stand der Dinge bei den Häusern in der Beyeröhde ist. Die Untersuchungen der Bezirksregierung hatten keinen Hinweis auf bergwerkliche Ursachen ergeben. Jetzt wartet man auf ein Gutachten der Universität Bochum. Und das, so Meyer, könne dauern. Solange kann niemand sagen, wer eventuell für die Schäden und die Kosten, die sie verursachen, haftet. Meyer: „Es ist bedauerlich, dass das auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen wird.“

Erschwerend kommt hinzu, dass die Gebäude Nummer 45, 47 und 49 zurzeit Gegenstand einer Erbsache sind. Die möglichen Erbinnen lassen sich durch einen Rechtsanwalt vertreten. Das Testament sei jetzt eröffnet. Es laufen also die Fristen, in denen sie entscheiden müssen, ob sie das Erbe annehmen oder nicht. Was nicht leicht sei, wenn man nicht wisse, worauf man sich einstellen muss. Auf jeden Fall gilt im Moment: „In den ordnungsbehördlichen Verfahren der Gebäude 45, 47 und 49 sind Ordnungspflichtige nicht existent.“

Die Bohr- und Verfüllarbeiten unter den Häusern sind mittlerweile weitgehend abgeschlossen. Bisher wurden 33 Bohrungen mit einer Gesamtlänge von fast einem Kilometer abgetäuft. In die Hohlräume flossen rund 890 Kubikmeter Beton. Jetzt geht man an den Straßenbereich. Meyer: „Bevor das nicht erledigt ist, kann man Nummer 45 auch nicht abreißen. Die Straße muss ja dazu schweres Gerät tragen.“ Nummer 45 müsse sicher abgerissen werden, die Häuser 43 und 47 vielleicht. „Es ist nicht zweckmäßig, die Straße und die Leitungen vor einem Abriss neu herzustellen. Eine Verkehrsfreigabe ist in der aktuellen Situation weder auf einer provisorischen Fläche noch auf der neu hergestellten Straße möglich.“

In Nummer 48
wohnen wieder Menschen

In Nummer 48 wohnen wieder Menschen, ausgenommen in der Wohnung im Dachgeschoss. Vor dem Haus steht ein Schutzgerüst. Da auf der Straße Beyeröhde keine Rettungsfahrzeuge fahren können und auch wegen der Höhe des Hauses niemand über eine Handleiter gerettet werden könnte, gibt es keinen zweiten Rettungsweg. Und der ist nunmal vorgeschrieben. Nummer 49 ist wieder freigegeben. Alle vier Wochen überprüft der Statiker das Haus. Das macht er auch mit Nummer 43 und 47. Diese Häuser bleiben weiterhin gesperrt. Wenn Nummer 45 einstürzen sollte, könnten Schäden nicht ausgeschlossen werden. Einige Bewohner haben sich schon eine neue Bleibe gesucht. Ein Auge hat der Statiker allerdings noch auf das Haus Eisenstraße 4. Dort sind neue Risse aufgetaucht.