Welt-Aids-Tag: Bewusstsein schaffen für HIV

Welt-Aids-Tag : Bewusstsein schaffen für HIV

Zum Welt-Aids-Tag gibt es viel Programm. Aufklärung bleibt relevant.

Der Welt-Aids-Tag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Solidarität ohne Grenzen“ und wird in Wuppertal mit zahlreichen Aktionen begangen.

Hintergrund des Mottos ist, dass zwar in Deutschland die Zahl der Neuinfektionen konstant bleibt und dank medizinischer Versorgung ein langes Leben mit HIV möglich ist. Gleichzeitig nimmt aber in anderen Ländern, vor allem in Osteuropa und Zentralasien die Zahl der Infektionen zu. Auch deswegen unterstützt die Aids-Hilfe mit dem Arbeitskreis Welt-Aids-Tag auch Projekte in anderen Teilen der Welt, erklärt Karin Hoeltz vom Gesundheitsamt. Etwa in Jekaterinburg in Russland. Dort sei HIV ein großes Tabu, weshalb es an Aufklärung mangele. Das Tabu gelte es zu brechen. „Wir müssen immer wieder ein Bewusstsein schaffen, gegen Vorurteile kämpfen“, sagt sie.

Die Zahl der Neuansteckungen mit dem HI-Virus sinkt

Das gelte auch für junge Menschen hier. Denn auch wenn die Neuansteckungen rückläufig seien, gebe es noch viele, die sich nicht testen ließen und nicht wüssten, dass sie krank seien. Hoeltz sagt, statistisch gesehen dürften das in Wuppertal etwa 100 Menschen seien. Daniel Viebach von der Aids-Hilfe Wuppertal sagt, man müsse klar machen, dass ein positiver Test eben nicht die Diagnose einer tödlichen Krankheit bringe. Vielmehr eröffne eine Diagnose die Chance auf eine Behandlung und ein langes Leben.

Für das nötige Bewusstsein im Umgang mit der Immunschwächekrankheit veranstalt der Arbeitskreis Welt-Aids-Tag unter der Schirmherrschaft von Andreas Mucke ein buntes Programm.

Teil davon ist etwa, dass die Mitarbeiter einiger Unternehmen in der Stadt, etwa Barmenia und Barmer, Stadtsparkasse und Deutsche Bank die roten Schleifen als Zeichen der Solidarität tragen. Am Freitag, 30. November, am Abend vor dem Welt-Aids-Tag am Samstag, bietet die Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit im Gesundheitsamt, Friedrichstraße 48/59, einen „HIV-Test zur späten Stunde“, von 17.30 bis 19.30 Uhr. „Damit man auch nach Feierabend zu einem Test gehen kann.“

Am Samstag, dem eigentlichen Gedenktag, ist die Aids-Hilfe mit einem Stand in den City-Arkaden vertreten. Eigentlich sollte es eine große Aktion in der Schwebebahn geben, die aber ausfallen muss. Abends gibt es Aktionen in Wuppertaler Kneipen zum Thema „Safer Sex on the Beach“.

Am Sonntag steht ein ökomenischer Gottesdienst in der City-Kirche im Zeichen der „Solidarität ohne Grenzen“ zwischen Wuppertal und Jekatarinburg.

Von Montag, 3., bis Freitag, 7. Dezember, gibt es Workshops in den Justizvollzugsanstalten Remscheid und Vohwinkel und Informationen für Sexarbeiter in den Wuppertaler Clubs.

Hoeltz und Viebach betonen, wie viel sich in den letzten Jahren in Sachen HIV getan habe. Dabei sei aber nicht alles ausnahmslos positiv zu bewerten. Etwa der HIV-Selbsttest, der auf dem Markt ist, sei schwierig, so Hoeltz, weil er Menschen mit der Diagnose alleine lasse. Auch bei der Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten gebe es Nachbesserungsbedarf, so Hoeltz. Alles in allem gute Gründe für Aufklärungs- und Netzwerkarbeit rund um HIV und Aids.ecr