Bewohner beziehen betreute Wohngemeinschaft am Wuppertaler Hofkamp

Pflege : Bewohner ziehen am Hofkamp ein

Die Talpflege GmbH hat ihre ersten Wohngemeinschaften eröffnet.

„Wir wollen es doch schön haben“, sagt André Herder, Mitbegründer der Talpflege GmbH, die dabei ist, im Hofkamp ambulant betreute Wohngemeinschaften – vornehmlich für Demenzkranke – zu schaffen. Er schaut dabei auf die Fenster mit eleganten Rundbögen, die dem weiß gestrichenen Gebäude eine besondere Note verleihen.

Drei Wohngemeinschaften zu je acht Personen sollen bis Ende Januar die drei Wohn-Etagen bezogen haben; im neu hergerichteten, mehr als 150 Jahre alten Haus (einer früheren Keksfabrik) eine neue Heimat finden. Für jeden der Mieter steht ein Einzelzimmer mit eigenem Bad und den selbst mitgebrachten Möbeln zur Verfügung Als Rückzugsgebiet aus dem Gemeinschaftsraum, in dem ausreichend Platz für die gemeinsamen Mahlzeiten, Spiele und Gespräche ist.

„Was die Einrichtung angeht, haben wir uns nach den neuesten Studien gerichtet und denken, dass Lichtstrahlen und Farben unseren Mieterinnen und Mietern die Orientierung erleichtern“, erklärt auch der Geschäftsführer der Einrichtung, Mark Kleinknecht, seines Zeichens Diplompflegewirt. Einer von insgesamt 25 Vollzeitkräften, die sich um das Wohl der Demenzkranken und deren Bedürfnisse kümmern. „Es sind vor allem Pflegekräfte und Mitarbeiterinnen, die für die Alltagsbetreuung da sind. Sie begleiten unsere Mieterinnen und Mieter zum Arzt, zum Einkauf oder auf Spaziergängen auf der nahe gelegenen Hardt“, führt Kleinknecht weiter aus. Und bestätigt dank eines guten Personalschlüssels eine 24-Stunden-Präsenz der Pflegekräfte.

Winni Allenberg, die am 3. November als „Pionierin“ im Hofkamp eingezogen ist und zu den drei bisherigen Mitgliedern der ersten Wohngemeinschaft gehört, hat es besonders gut angetroffen. Gut gelaunt zeigt sie ihr mit eigenen Möbeln und vielen Familienfotos sehr wohnlich ausgestattetes Zimmer, in dem moderne Gemälde einen reizvollen Kontrast zu antiken Porzellantassen vom „Uroppa“ Fritz Wiggershaus bilden. Sie verfügt in ihrer Freundin Regine Junker über eine „Privatbetreuung“, die täglich hereinkommt und mit „Winniken“ spazieren oder einkaufen geht.

Tiere sind bei Besuchen
gern gesehene Gäste

Einkaufen ist wichtig, denn es wird in jeder WG ein Speiseplan aufgestellt, den alle Bewohner nach eigenem Geschmack mitgestalten können. „Dann wird zusammen mit der Betreuerin in der WG-Küche gekocht“, heißt es, und dass es eine Haushaltskasse gibt, in die jeder einzahlt. „Wir sind, was die Gebühren angeht, günstiger als herkömmliche Einrichtungen“, sagt André Herder, der auch in der Lage der Talpflege im Hofkamp einen Vorteil sieht. „Wir sind einmal city-nah, und auf der anderen Seite ist man in wenigen Minuten auf der Hardt.“

Aber Grünes und Blühendes soll es im kommenden Jahr auch ganz in der Nähe geben. „Wir werden einen Sinnesgarten im Hof einrichten – zum Fühlen, Riechen und Sehen“, ist der feste Plan im Hofkamp, wo in jeder der drei vorgesehenen Wohngemeinschaften eine „Präsenzkraft“ der Talpflege auch Feiern und andere Gemeinsamkeiten organisiert.

Wenn Besuch der 24 Bewohner Tiere mitbringt, dann wird das durchaus gern gesehen, und es könnte auch durchaus sein, dass „Hank“ der stattliche, aber sichtlich friedfertige Vierbeiner von Kleinknecht sich in Kürze als 26. Betreuungskraft etablieren wird.