Ronsdorf: Bewegung im Ronsdorfer Handel

Ronsdorf : Bewegung im Ronsdorfer Handel

Ein neues Elektrogeschäft kommt. Eva Schatz gibt ihren Kopierladen ab.

In der Ronsdorfer City tut sich etwas. Leerstände, Umzüge und Zuzüge wirbeln die bekannte Einzelhandelslandschaft durcheinander. Das Aus für den Elektrohandel Radio Kimmel macht an der Lüttringhauser Straße Sorge vor einem weiteren Leerstand, der sich in die Liste der verlassenen Ladenlokale einreihen könnte, auf der bereits Blumen-Naumes, Fotoladen Bongartz und Schreibwaren Lippe - alle auf der Staasstraße - stehen. Christel Auer, Vorsitzende des Heimat- und Bürgervereins, schaut besorgt auf die Entwicklung: „Ich finde das schon beunruhigend.“ Schließlich gehöre zu einer guten Infrastruktur auch, dass die Ladenlokale vor Ort belegt sind.

Kopiergeschäft und Schlüsseldienst gehen zusammen

Doch es steht bereits fest, dass sich in der Einzelhandelslandschaft schon bald etwas bewegen wird. Eva Schatz von der Werbegemeinschaft W.i.R. verrät: „Es soll noch im Juli einen neuen Elektroladen für Ronsdorf geben.“ Der ziehe allerdings nicht in das ehemalige Ladenlokal von Radio Kimmel, sondern miete eine kleinere Fläche an der Marktstraße.

Auch Eva Schatz kündigt eine Veränderung an. Die 70-Jährige hat jüngst ihren Vorsitz bei der W.i.R. abgegeben und wird auch ihr Kopiergeschäft zum 1. Oktober an einen neuen Inhaber übergeben. Dann wird der Laden zusammen mit dem Schlüsseldienst an die Staasstraße 33 ziehen und damit die prominente Fotoladen-Lücke schließen. „Ich bin jetzt seit fünf Jahren in der Rente und will nicht bis 100 weiter arbeiten“, sagt Schatz.

6000 Ronsdorfkarten
sind im Umlauf

Trotz der Leerstände beurteilt sie die Situation des Ronsdorfer Einzelhandels als positiv. „Wir haben sehr treue Kunden. Eben war noch eine Frau in meinem Laden, die mir erzählt hat, dass sie ein Leben lang in Ronsdorf eingekauft hat“, berichtet Schatz. Einen positiven Effekt auf die Kundenbindung verspricht sich W.i.R. durch die Vereinsarbeit, aus der etwa die „Ronsdorfkarte“ hervorgegangen ist. „Die gibt es seit 14 Jahren und es sind mehr als 6000 im Umlauf“, sagt die ehemalige Vereinsvorsitzende.

Auch Susanna Erb von der Bücherstube gibt sich zuversichtlich, was den Handel vor Ort angeht. Vor allen Dingen weil sie einen Trend erkannt hat: „Es gibt mittlerweile auch viele Schüler und Studenten, die nicht mehr im Internet kaufen, sondern extra die Geschäfte vor Ort stärken.“ Gerade die persönliche Beratung sei bei Büchern sehr beliebt. „Im Internet kann man zwar Rezensionen lesen, aber da kann ja jeder schreiben.“

Nicht jede Neuansiedlung ist in Ronsdorf gerne gesehen. Die Anfrage eines Wettbüros für eine Ansiedlung an der Staasstraße 33 hat dazu geführt, dass sich die Bezirksvertretung Ronsdorf in der jüngsten Sitzung mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Die Politiker stimmten dafür, den Bebauungsplan ändern zu lassen, um zukünftige Ansiedlungen von Wettbüros und Spielhallen zu verhindern. Der Geltungsbereich umfasst hauptsächlich Staasstraße, Marktstraße und Lüttringhauser Straße. BV-Vorsitzender Harald Scheuermann-Giskes  sagt: „Das war nur vorsorglich. Der Eigentümer hat ein Wettbüro an dieser Stelle bereits ausgeschlossen.“ Der Stadtentwicklungsausschuss muss am Donnerstag, 27. Juni, noch zustimmen.