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Betrugsfalle Geldautomat

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Einer jungen Mutter wurde das Konto geplündert - ein schmerzlicher Verlust.

Wuppertal. Franziska G. (Name von der Redaktion geändert) kauft samstags immer für die ganze Familie ein. Um Bargeld zu erhalten, hob sie mit ihrer EC-Karte einen kleinen Betrag am Geldautomaten der Commerzbank in Elberfeld ab. 950 Euro hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch auf ihrem Konto. Am darauffolgenden Dienstag dann der Schock: Plötzlich waren nur noch 92 Euro auf dem Postbank-Konto. "Das konnte gar nicht sein", sagt die junge Mutter im Gespräch mit der WZ, "Ich hatte schon alle Rechnungen bezahlt und soviel ausgegeben habe ich auch nicht."

Franziska G. erstattete sofort Anzeige bei der Polizei und meldete zudem Post- und Commerzbank, dass ihr Konto geplündert worden war. Das liegt mittlerweile fast drei Wochen zurück.

Kurze Zeit später hatte die junge Mutter einen Termin in der Postbank-Filiale. Dort sollte eigentlich geklärt werden, wohin ihr Geld vom Konto verschwunden ist. Die etwa 800 Euro, die ihrer Familie fehlen, waren auch für Anschaffungen für den kleinen Säugling gedacht. Windeln, Babynahrung - das Geld war zum Großteil verplant, der Verlust schmerzt die junge Mutter.

Ob und wie viel Geld Franziska G. erstattet bekommt, das konnte die Postbank auf Anfrage der WZ nicht sagen. Erst nachdem geklärt sei, auf welches fremde Konto das Geld der Barmerin geflossen ist, sei eine verlässliche Auskunft möglich. Die Bank will den Hergang des Falls rekonstruieren. Nicht nur Franziska G. ist betroffen. Eine weitere Kundin hat sich, laut Barbara Schmitz von der Commerzbank, auch schon gemeldet. "Die Automaten werden zweimal täglich kontrolliert, weil wir wissen, dass immer öfter solche Fälle auftreten." sagt sie.

In der Tat: Das sogenannte Skimming kommt auch in Wuppertal immer häufiger vor. Laut Polizei gab es 2007 etwa 22 Fälle in Wuppertal. 20 davon konnten aufgeklärt werden. Das Geld werde meist ins Ausland überwiesen.

"Es gibt Dinge, die geschehen immer nur anderen, niemals einem selbst", hatte sich ein Wuppertaler gedacht, der in der WZ schon des öfteren davon gelesen hatte, dass Betrüger Kredit- und EC-Karten ausspähen, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen.

Im Februar wurde der Mann (Name ist der Redaktion bekannt) von seiner Hausbank angerufen und erhielt die Mitteilung, dass in diesem Moment, während er an seinem Wuppertaler Arbeitsplatz saß, mit seiner Visa-Kreditkarte im spanischen Barcelona eingekauft werde. Die Original-Kreditkarte steckte in seiner Brieftasche, die Geheimnummer hat er im Kopf und nirgendwo hinterlegt.

Datenklau Skimming kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Abschöpfen". So nennt die Polizei den Datenklau an Geldautomaten. Abgesehen haben es die Gauner auf Kontonummern und Geheimzahl.

Trick Die Täter setzen oft sogenannte Vorsatzgeräte vor den Schlitz am Automaten, die die Karten dann auslesen, wenn die karte eingeführt wird. Für die Geheimnummer wird oberhalb der Tastatur eine Mini-Digital-Kamera angebracht. Der Bankkunde merkt oft gar nichts.