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Betreuung der Flüchtlinge geht in neue Phase

Betreuung der Flüchtlinge geht in neue Phase

Pro Monat kommen zurzeit maximal 40 nach Wuppertal. Die Stadt kümmert sich um die Integration, das Land hält Unterkünfte bereit.

Wuppertal. In Wuppertal leben derzeit 10 200 Flüchtlinge. Davon wohnen mehr als 95 Prozent in privaten Unterkünften. Einige 100 der kommunal zugewiesenen Flüchtlinge sind in Übergangseinrichtungen untergebracht. „Unser Ziel ist es, Flüchtlinge in eigenen vier Wänden unterzubringen“, sagt Stefan Kühn, Sozialdezernent der Stadt Wuppertal. Das habe sich bewährt, sagt Kühn und nennt als abschreckende Beispiele die Situation in Duisburg, Essen oder Hagen.

In Duisburg seien die Flüchtlinge zum Beispiel in einer Traglufthalle untergebracht, die bis zu 1000 Menschen fasst. Da komme es nicht nur an heißen Tagen zu katastrophalen Zuständen, sondern die Halle sei auch für die Stadt „finanzpolitisches Harakiri“.

Pro Monat kommen nach Angaben des Ressorts Zuwanderung und Integration der Stadt zurzeit maximal 40 neue Flüchtlinge nach Wuppertal. Die meisten der hier lebenden Flüchtlinge sind anerkannt. Von den 6700 anerkannten Geflüchteten sind 340 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge. Etwa 3500 werden nach dem Asylbewerberleistungsgesetz betreut, sie sind also noch nicht anerkannt oder ihr Asylantrag wurde abgelehnt.

„Wir befinden uns in einer völlig neuen Phase“, sagt Kühn. Viele Flüchtlinge blieben langfristig hier. Jetzt gehe es um Themen wie Sprachförderung, Berufsintegration und die Integration in Kitas, Schulen und die Gesellschaft. Es sei das wichtigste, diese Integrationsherausforderungen zu meistern. Dabei wird die Stadt von einer aktiven Szene von Integrationshelfern unterstützt. Kühn ist stolz, dass Wuppertal als Vorzeigekommune gilt und bezieht sich dabei auf die Wochenzeitung „Die Zeit“, die 2015 titelte: „Deutschland braucht mehr Wuppertal“.

Neu ankommende Flüchtlinge werden für maximal sechs Monate in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes untergebracht, bevor sie einer Kommune zugewiesen werden. In Wuppertal hat die Bezirksregierung Düsseldorf das Arthotel in Heckinghausen angemietet. Derzeit leben 133 Menschen in dem Gebäude, in dem bis zu 600 Personen wohnen könnten. „Oberstes Ziel ist die bedarfsgerechte Unterbringung der geflüchteten Menschen (… ), falls es wieder zu einem massiven Anstieg der Flüchtlingszahlen kommen sollte“, schreibt Stephanie Klockhaus, Sprecherin der Bezirksregierung per E-Mail.

Die Landesregierung hält Plätze vor, damit nicht wie 2015 auf die Hilfe der Kommunen zurück gegriffen werden muss, die zum Beispiel Turnhallen für die Unterbringung der Menschen bereitgestellt hatten. In Ronsdorf ist das leerstehende Gebäude im Saalscheid 8 als Reserve angemietet worden. Nach Angaben der Bezirksregierung sind die Räumlichkeiten fertig hergerichtet, so dass im Fall der Fälle das Gebäude innerhalb weniger Tage bezugsfertig ist.