Beton marode: Stadt sichert Südbrücke mit Stahlplatten

Beton marode: Stadt sichert Südbrücke mit Stahlplatten

In Brücken-Kästen unter der Fahrbahn ist Beton abgeplatzt. In den nächsten Tagen werden die betroffenen Fahrspuren abgedeckt. Zuletzt wurde der Bereich vor sechs Jahren überprüft.

Wuppertal. Noch steht die Stadt vor einem Rätsel, wenn es um die Ursache der massiven Schäden an der Südbrücke geht: Unterhalb der Fahrbahnen sind in zwei der insgesamt sieben Brücken-Hohlkästen Betonstücke abgeplatzt und abgebrochen. Als Konsequenz daraus wurden am Dienstag zur Vorsicht gleich mehrere Straßenabschnitte auf der Brücke gesperrt.

Dort werden voraussichtlich in der nächsten Woche sieben große Stahlplatten in die Fahrbahnen eingelassen, um die Belastung durch schwere Fahrzeuge oberhalb der schadhaften Stellen im Sinne der Statik besser zu verteilen. Danach ist die provisorisch abgesicherte Brücke wieder wie gehabt zu benutzen.

Im Frühjahr 2009 sollen die beiden betroffenen Hohlkästen dann instandgesetzt werden - ohne Straßensperrungen, da ausschließlich auf der Unterseite der Brücke gearbeitet wird. Was die Instansetzung kostet und wie lange sie dauert, ist noch offen.

Fest steht aber schon jetzt, dass sie mit der Bahn koordiniert werden muss: Unter der Brücke verlaufen Bahngleise, die im Zuge von Nacht-Arbeiten dann vorübergehend gesperrt werden.

Mit Problemen durch Feuchtigkeit habe man es bei der Südbrücke jedenfalls nicht zu tun, erklärten Uwe Seidel und Thorsten Warning vom Verkehrsressort der Stadt gestern Mittag bei einem Ortstermin. Die gut 30Meter breite und 45 Meter lange Brücke aus den 1960er-Jahren sei grundsätzlich noch gut in Schuss. Das gelte gerade auch für die Stahlkonstruktion. Warum der Beton schadhaft ist, soll nun im Rahmen der Untersuchungen geklärt werden.

Zuletzt wurden die betroffenen Hohlkästen laut Stadt vor sechs Jahren in Augenschein genommen, ohne dass man bei der Hauptuntersuchung auf Schäden stieß. Bei den Prüf-Intervallen halte man sich auch hier an die gesetzlichen Vorschriften und beauftrage dazu externe Sachverständige, erklärt Warning.

"Die Brückenprüfung und der Umbau des Südstraßenrings sind verschiedene Paar Schuhe, das läuft unabhängig voneinander", antwortet Seidel auf die Frage, warum die Südbrücke vor Umbau des Südstraßenrings (Kosten: gut 8,4 Millionen Euro) im Jahr 2004 nicht noch einmal auf Herz und Nieren durchgecheckt wurde. Erschwerend komme bei dieser Brücke hinzu, dass die fraglichen Hohlkästen nur schwer zugänglich sind und Prüftermine ebenfalls eng mit der Bahn abgestimmt werden müssen - und das schon Monate im Voraus.

Immerhin wird jetzt erörtert, ob die Hohlkästen der Südbrücke mit einem entsprechend verbesserten Zugang versehen werden, um nicht länger von der Termin-Abstimmung mit der Bahn abhängig zu sein. Auch die Verkürzung der Prüf-Intervalle wird jetzt erörtert.

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