Beteiligung an Kraftwerk kommt Wuppertal teuer zu stehen

Stadtwerke : Verkauf zu teuer: WSW behalten Kraftwerk Wilhelmshaven

Trotz Millionenverlusten bleiben die Stadtwerke Anteilseigner. Sie wollen weiter warten.

Die Stadt Wuppertal und die Wuppertaler Stadtwerke werden auch nach dem Ausstieg des bisherigen Haupteigentümers, der Engie SA, die Beteiligung am Kohlekraftwerk Wilhelmshaven fortsetzen. Die WSW sind seit 2009 zu 15 Prozent an der Kraftwerk Wilhelmshaven GmbH & Co. KG beteiligt. Doch die erhofften Einnahmen haben sich bisher nicht eingestellt. Die Energiewende hat für eine verringerte Nachfrage von Kohlestrom gesorgt, hinzu kamen technische Probleme. Die WSW haben Rückstellungen in Höhe von bisher 31,2 Millionen Euro für Abnahmeverpflichtungen aus Stromlieferverträgen bilden müssen (Stand 2018). Vier bis fünf Millionen Euro pro Jahr hat die Beteiligung die Stadt in den letzten Jahren gekostet.

Am 26. April hatte die Engie SA bekannt gegeben, dass sie ihre Kraftwerke in Deutschland und den Niederlanden an die Riverstone Holdings LLC verkauft habe. Der 52-prozentige Anteil für das Kohlekraftwerk Wilhelmshaven geht somit an einen neuen Besitzer. „Nach übereinstimmender Entscheidung von WSW und Stadt werden unsere Anteile nicht verkauft. Es ist sinnvoll zu warten. Ein Preis nach aktueller Marktlage hätte wirtschaftliche Konsequenzen, die die WSW nicht verkraften würden“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig, der im Rathaus für die städtischen Töchter und Beteiligungen zuständig ist.

WSW und Stadt setzen darauf, dass mittelfristig Braunkohlekraftwerke und alte Steinkohlekraftwerke vom Netz genommen werden und damit die Stromproduktion in Wilhelmshaven in Fahrt kommt. „Hätte man bereits 2008 die heutigen Rahmenbedingungen gekannt, hätte man über die Beteiligung sicherlich anders entschieden“, räumte Johannes Slawig am Montag ein.

Peter Storch, Mitglied des Vorstands WSW Energie & Wasser AG, bezeichnete Riverstone als „kapitalkräftigen“ Partner, der ein baugleiches Kraftwerk in Rotterdam besitze. WSW und Stadt sind überzeugt, dass sich in der Rechtsnachfolge durch den Erwerber keine Veränderungen für sie ergeben. In einer großen Anfrage hatte die Fraktion der Freien Wähler Informationen über den Stand der Beteiligung gefordert. Am 14. Mai ist die Anfrage Thema im Ausschuss für Finanzen und Beteiligungssteuerung. ab

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