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Bergischer Geschichtsverein verleiht neue Auszeichnung in Wuppertal

Elberfeld. : Geschichtsverein verleiht neue Auszeichnung

Gerhard Esser und Sigrid Lekebusch erhalten Otto-Schell-Preis für ihr Engagement.

Ohne ehrenamtliches Engagement kann kein Verein bestehen. Ein gutes Beispiel liefert der Bergische Geschichtsverein (BGV). Vorträge, Ausstellungen, Fahrten – das alles gibt es nur, weil sich Vereinsmitglieder darum kümmern oder mithelfen. Um die fleißigen Ehrenamtler zu würdigen, hat die BGV-Abteilung Wuppertal den Otto-Schell-Preis ins Leben gerufen.

Der wurde erstmalig bei der Mitgliederversammlung in der Zentralbibliothek verliehen. Bevor Prof. Dr. Jochen Johrendt zwei Glasstelen mit dem Vereinslogo überreichte, erinnerten Folke Obermark-Stiller und Maximilian Berkel an den Namensgeber des Preises.

Denn vor bald 130 Jahren erhielt Otto Schell (1858-1931) vom Vorsitzenden Wilhelm Crecelius die Aufgabe, sich um die Bibliothek und die Sammlungen des Vereins zu kümmern. Dem Ehrenamt widmete sich der Lehrer mehr als zwei Jahrzehnte. Für seine Akribie sind Obermark-Stiller und Berkel bis heute dankbar. Zudem bedauerten die beiden die „mangelnde Wertschätzung“, die Schell damals vom BGV erfahren habe. Zwei Gründe also, den neuen Preis auch als posthume Ehrung zu verstehen.

Zweite Preisträgerin war über
 die Ehrung überrascht

Wie bei Schell ist auch das Engagement der frischgebackenen Preisträger vielfältig. 64 Jahre ist es her, dass sich Gerhard Esser als Mitglied werben ließ. Neben der Arbeit als Bankkaufmann war er Schatzmeister und saß später im Vorstand des Gesamtvereins. In der Laudatio – geschrieben von Klaus Schumann, vorgetragen von Matthias Dohmen – ging es aber vor allem um den „Reisemarschall“. So wurde der Fahrtenleiter Esser intern genannt.

„Bis ins Kleinste tüfelten Sie alles aus“, sagte Dohmen, „an alles wurde gedacht, Führungen wurden bestellt, Einkehrmöglichkeiten gesucht.“ Weit gespannt waren auch die Themen der Ausflüge. Mit seinen Gruppen besuchte Esser Freilichtmuseen und jüdische Friedhöfe, Herrensitze im Münsterland und die romanischen Kirchen von Köln.

Die Auszeichnung für Esser hatte Sigrid Lekebusch mit auf den Weg gebracht und war daher umso überraschter, selbst einen Otto-Schell-Preis zu bekommen. Anders als der interessierte Laie Esser hat Lekebusch Geschichte studiert. Thema ihrer Promotionsarbeit war der „Kirchenkampf“ der Reformierten Kirche. Ihr Doktorvater stellte den Kontakt zum Bergischen Geschichtsverein her, dem sie 1994 beitrat.

Ein knappes Jahrzehnt später übernahm sie – ein Novum in der Vereinsgeschichte – den Vorsitz. Diese Tätigkeit, zitierte Dohmen, übte sie als „Fulltime-Job“ aus. Verwaltungsaufgaben übernehmen, Spenden sammeln, Fahrten vorbereiten – ihre To-do-Liste war lang. Auch nach dem Abschied vom Vorstandsposten 2015 ist Lekebusch aktiv. Sie hält Vorträge und bietet Fahrten weit übers Bergische Land hinaus an.

So wird sie etwa im Juni eine Exkursion zum Thema „Das Bauhaus und das Gartenreich“ leiten. Die Stationen sind Weimar, Dessau und Wörlitz. Die Reise ist für Sigrid Lekebusch auch eine Möglichkeit, den Kontakt mit der alten ostdeutschen Heimat zu pflegen. Denn sie ist in Sachsen geboren und aufgewachsen.