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Bergische Universität öffnet Hörsäle für Auszubildende

Campus Wuppertal : „Auch Lehrlinge können Seminare und Vorlesungen besuchen“

Interview Bergische Uni bietet Ausbildungen in 13 Berufen an. In diesem Jahr besetzt die Hochschule acht Lehrstellen neu.

Die Bergische Uni bildet nicht nur den akademischen Nachwuchs aus, die Hochschule bietet jedes Jahr auch Lehrstellen in industriellen, handwerklichen, kaufmännischen oder IT-Ausbildungsgängen an. Die WZ hat sich mit Ausbildungsleiter Jan Augustin unterhalten.

Herr Augustin, wie viele Auszubildende haben Sie derzeit und wie viele neue Azubis stellen Sie pro Jahr neu ein?

Jan Augustin: Derzeit haben wir 33 Auszubildende, pro Jahr versuchen wir etwa zwölf neue Azubis zu bekommen. Die Zahl kann aber immer etwas variieren.

In welchen Berufen bilden Sie aus?

Augustin: Wir bilden in 13 Ausbildungsberufen aus. Das geht vom Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik über Drucker, Tischler und Mediengestalter bis hin zu Sport- und Fitnesskaufmann oder Werkzeugmechaniker im Bereich Stanztechnik.

Konnten Sie in der Vergangenheit immer alle Ausbildungsplätze besetzen oder hatten auch Sie Probleme, Nachwuchs zu bekommen?

Augustin: Wir haben die gleichen Probleme wie viele andere Ausbildungsbetriebe auch. Es ist einfach so, dass die passenden Bewerber zu den Ausbildungsstellen oft nicht da sind. Die Qualität der Bewerber ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Da kann es dann auch gewisse Nischen – wie etwa den Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik – geben, für die Azubis schwer zu finden sind. Grundsätzlich konnten wir aber fast alle Ausbildungsstellen belegen, die frei waren.

Wann startet das Ausbildungsjahr bei Ihnen?

Augustin: Wir fangen immer in der Mitte der letzten vollen Schulferienwoche an. Dann machen wir für die neuen Azubis eine Dreitages-Tour, bei der sie die Uni kennenlernen können. So können sie sich gut auf ihr neues Arbeitsumfeld einstellen.

Bilden Sie für den eigenen Bedarf aus?

Augustin: Nein, leider nicht, eine öffentliche Einrichtung wie die Uni hat eine begrenzte Anzahl an Stellen. Es kann zwar mal passieren, dass eine Stelle frei wird und sich jemand dafür bewerben kann, doch das bleibt eher die Ausnahme.

Ist die Uni als Ausbildungsort bekannt genug, in der Regel verbindet man mit einer Hochschule ja eher selten die Vorstellung eines Ausbildungsbetriebes?

Augustin: Wir sind schon als Ausbildungsbetrieb bekannt. Wir sind ja auch immer wieder auf Ausbildungsbörsen vertreten und präsentieren uns dort.

Was macht aus Ihrer Sicht eine Ausbildung in der Uni interessant und reizvoll?

Augustin: Der Stress und die Arbeitsbelastung, wie er in manchen Handwerksbetrieb üblich ist, sind bei uns eher nicht gegeben. Wir können uns in gewisser Weise etwas mehr Zeit lassen, da wir keine Produktionsstätte sind. Ein großer Vorteil ist auch, dass bei uns die Azubis immer noch mehr lernen können, wenn sie wollen. Für die Azubis besteht außerhalb ihrer Arbeitszeit auch die Möglichkeit, an Seminaren und Vorlesungen teilzunehmen und vielleicht schon mal vorzuarbeiten für ein Studium, das nach der Ausbildung folgen kann.

Ist die Vergütung branchenüblich, welchem Tarifvertrag folgt sie?

Augustin: Wir zahlen den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst. Die Vergütung ist recht hoch angesiedelt und liegt in der Regel über den Entgelten, die man in Handwerksbetrieben erhält.

Wie sieht es in diesem Jahr mit den Ausbildungsgängen aus? Was wird noch gesucht, bis wann laufen die Fristen?

Augustin: Dieses Jahr wollen wir acht Azubis einstellen. Davon sind bereits drei Stellen fest vergeben. Jetzt sind noch fünf Stellen unbesetzt. Aktuell laufen noch die Ausschreibungen für die Bereiche Fachinformatiker/In Anwendungsentwicklung, Fachinformatiker/In Systemintegration und Informatikkaufmann/-frau. Die Ausschreibungen dauern noch bis Ende März.