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Beratungsstelle der Diakonie zieht um

Umzug : Beratungsstelle der Diakonie zieht um

Einrichtung eröffnet in der Nordstadt. Vorausgegangen waren Umbauarbeiten.

Sie ist ein Anlaufpunkt für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die Zentrale Beratungsstelle der Diakonie Wuppertal bietet Beratung und Unterstützung bei existenziellen Sorgen wie Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit. Dabei ist die Einrichtung für die Betroffenen ein wichtiger Halt und Ort des sozialen Austauschs. Diese Funktionen sollen am neuen Standort weiter ausgebaut werden. Kommende Woche zieht die Beratungsstelle vom Ostersbaum an die Ludwigstraße 26. Angeschlossen sein werden dort wie bisher die Wohnraumvermittlung und Begleitung (WOW) sowie das Café Oberstübchen. Letzteres wird passend zur Ortslage in Café Ludwig umbenannt.

Knapp 1700 Personen nutzten 2019 das Beratungsangebot

„Wir freuen uns, mitten im Quartier in der Nordstadt und nah bei allen Wuppertalerinnen und Wuppertalern zu sein“, sagt Mirjam Michalski, Geschäftsführerin der Diakonie Wuppertal für den Bereich Soziale Teilhabe. In den neuen Räumen gebe es mehr Platz, um in einer gemütlichen und angenehmen Atmosphäre preiswert zu essen und Kontakte zu knüpfen. Dafür stehe ein täglich wechselnder Mittagstisch zur Verfügung. Neu sei das Waschangebot mit Duschen, die von den Besuchern genutzt werden können.

Am Standort an der Ludwigstraße befand sich früher ein Gemeindezentrum. Das Gebäude stand zuletzt lange leer. „Es wurde mit großem Aufwand umgebaut“, sagt Cornelia Lieto, Bereichsleiterin für Gefährdetenhilfe. Sie verweist auf die kurzen Wege in der Nordstadt. „Wir sind durch die zentrale Lage jetzt deutlich besser zu erreichen“, so Lieto. Außerdem gebe es durch das räumliche Angebot mehr Möglichkeiten. Wichtig sei eine Vernetzung der Hilfsangebote. Daher werde unter anderem eng mit der städtischen Fachstelle für Wohnungsnotfälle zusammengearbeitet. Angesichts der Immobilienentwicklung in Wuppertal sei die Arbeit für die Beratungsstelle und die Wohnraumvermittlung schwieriger geworden. Nicht zuletzt durch den Ausbau der Bergischen Universität habe es beim bezahlbaren Wohnraum einen starken Anstieg der Nachfrage gegeben. „Wir merken, dass der Wohnungsmarkt angespannt ist“, berichtet Cornelia Lieto. Zudem gebe es im Stadtgebiet einen hohen Anteil von privaten Vermietern. Diese von potenziellen Mietern aus sozial prekären Verhältnissen zu überzeugen, sei nicht leicht. Besser laufe die Zusammenarbeit mit den Wohnungsgenossenschaften.

Bei der Beratungsstelle gehe es auch um ganz grundsätzliche Hilfsangebote. „Oft sind Betroffene nicht krankenversichert“, berichtet Cornelia Lieto. Das Problem von Wohnungs- und Obdachlosigkeit betreffe immer mehr junge Menschen. „Die Quote bei den unter 25-Jährigen steigt“, so die Bereichsleiterin. Laut ihr nutzten das Angebot der Beratungsstelle im vorletzten Jahr knapp 400 Frauen und über 1300 Männer.