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Bendahler Straße: Die Studenten sind da

Bendahler Straße: Die Studenten sind da

Zwei Drittel der 126 Plätze sind bereits belegt. An den Außenanlagen wird noch gearbeitet.

Barmen. Das Regal ist schon fast zusammengeschraubt — und dürfte in nächster Zeit sicher Platz für das eine oder andere Buch bieten. Zum Beispiel aus dem Fachbereich „Angewandte Kultur- und Wirtschaftsstudien“, den Studiengang, den Annika Küch ab dieser Woche an der Bergischen Uni belegen wird. Vorher hieß es aber erst einmal, gemeinsam mit Mutter Kerstin das eigene Zimmer herzurichten. Die 19-Jährige aus dem hessischen Eschwege gehört zu den ersten Mietern an der Bendahler Straße. In dem mehrstöckigen Bau sind zwei Drittel der 90 Wohneinheiten mit 126 Plätzen bereits belegt.

„Zum Glück sind wir auf den letzten Drücker zum Wintersemester fertig geworden“, sagt der Investor und Eigentümer. Der ehemalige Professor an der Bergischen Uni, seit fünf Jahren emeritiert, ist auch Vermieter der vornehmlich jungen Menschen.

Eigentlich sollten die ersten Bewohner schon im vergangenen Jahr einziehen. „Das war unsere Wunschvorstellung“, blickt er zurück und räumt ein, dass schnell klar gewesen sei, dass der ursprüngliche Termin nicht zu halten sein wird. „Die Gründung für den Bau war zum Beispiel schwieriger als gedacht“, erklärt der Investor, und nennt auch die hohen Brandschutzauflagen als einen weiteren Grund für die Verzögerung.

Mit dem Projekt betreten der Ex-Professor — Fachbereich Chemie — und seine Frau Neuland. Dass es Bedarf gebe für Wohnraum für Studenten, sei ihm aber immer bewusster geworden. Man müsse nur auf die Zahlen schauen. „Als ich an der Uni anfing, gab es um die 7000 Studenten.“ Jetzt liege man bei mehr als 20 000.

Offiziell läuft der Bau an der Bendahler Straße, mit einem Kilometer Entfernung zum Campus Haspel und 1,5 Kilometer Fußweg zum Grifflenberg ideal gelegen, aber nicht als Studentenwohnheim. Fritz Berger vom Hochschulsozialwerk (HSW) hatte sich aber bereits frühzeitig positiv über das Vorhaben geäußert. Auch auf der Seite des HSW werden wohnungssuchende Studenten auf die Bendahler Straße verwiesen.

Öffentlich gefördert wurde das Projekt dennoch, für „Kleinwohnungen“, wie der Wuppertaler Architekt Rudolf Hoppe in der Vergangenheit gegenüber der WZ erklärt hatte. Wer einziehen will, benötigt also einen Wohnberechtigungsschein. „Und bislang sind es praktisch ausschließlich Studenten, viele Erstsemester“, sagt der Vermieter.

Überraschenderweise bislang fast nur vom Grifflenberg und nicht vom Haspel, obwohl der ja näher liege. Dazu kämen noch ein paar Azubis und der Hausmeister. Damit ist der Bau eigentlich fest in Studentenhand. „Auch von der kirchlichen Hochschule haben wir Mieter.“

Einzelzimmer unter 400 Euro, ein Platz im Doppelzimmer für unter 300 Euro, das sei das Ziel gewesen, „also bezahlbar“. In der „Sorglos-Miete“ seien Strom, Wasser, Telefon-Flatrate und W-Lan-Kosten enthalten, erklärt der ehemalige Dozent. „Man zahlt also auf keinen Fall mehr“, verspricht er. Die Zimmer werden möbliert übergeben. Wer aber zum Beispiel sein eigenes Bett mitbringen wolle, „kann das natürlich gerne tun“. Auf jeder Etage gebe es auch einen Gemeinschaftsraum.

Komplett abgeschlossen ist der Bau im Passiv-Haus-Standard allerdings noch nicht. Kleine Bereiche im Haus sind noch Baustelle. Die Außenanlagen, so hofft der Vermieter, „wollen wir noch vor dem Winter fertig haben“.