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Bella Italia in Wuppertal

Bella Italia in Wuppertal

Mit einem großen Fest auf dem Laurentiusplatz wurde das 50-jährige Bestehen der Gemeinde gefeiert.

Wuppertal. Luigi Castellana erinnert sich noch genau daran, als er vor mehr als 50 Jahren nach Wuppertal kam. Eine fremde Stadt, fremde Menschen, eine neue Sprache. Als damals wenig später die Katholische Italienische Gemeinde gegründet wurde, war es ein Segen: „Ich hatte eine Anlaufstelle, in der ich Landsleute treffen konnte, Rat und Hilfe bekam“, erzählt er. So wurde in den darauffolgenden Jahren der Satz „Wir sehen uns in der italienischen Mission“ zum Synonym für gesellige Abende in der Normannenstraße 26.

Pfarrer Angelo Marcato war der erste Pfarrer, der vom Erzbistum Köln nach Wuppertal entsandt wurde. Damals war er auch für die Städte Remscheid, Mettmann und Solingen zuständig, so dass es in Wuppertal — in Cronenberg — lediglich einmal im Monat einen Gottesdienst gab. „Aber in den Anfängen war nicht nur die Messe auf italienisch wichtig, sondern auch die Integration, die durch das Italienerzentrums stattfand“, sagt Savina Milani, seit 1976 Sekretärin der Gemeinde.

So gab es Deutschkurse genauso wie Italienischkurse, Nähgruppen und Nachhilfestunden. In Abendkursen konnte die Mittlere Reife erlangt werden. „Viele Italiener kamen, wenn sie mit Formularen Schwierigkeiten hatten“, sagt Milani. Die italienische Gemeinde wurde Dreh- und Angelpunkt des Lebens.

Und sie wuchs. 1967 wurden in Remscheid, sechs Jahre später in Solingen eigene Gemeinden gegründet. Unterdessen sorgten die Schwestern vom Göttlichen Willen für ein blühendes Gemeindeleben in Wuppertal. Unterschiedliche Gruppenangebote sowie kirchliche Feierlichkeiten wie Taufe und Kommunion gehörten ebenso dazu wie „La festa della Mamma“, das Muttertagsfest, oder die Feier zum 1.Mai. „Die Kooperation mit den deutsche Gemeinden lief eigentlich immer sehr gut, wir bekamen Räume zugestanden und damit die Möglichkeit, unseren Glauben auf unsere Art auszuleben“, erinnert sich Maria Gallitelli, ehrenamtliche Mitarbeiterin.

Auf diese Weise leistete die Italienische Gemeinde ihren Beitrag zur Integration der vielen Italiener, für die Wuppertal längst zur zweiten Heimat geworden war. Umgekehrt holte sie ein Stück italienische Kultur und Glauben an die Wupper. Nicht zuletzt mit der Karfreitags-Prozession, die über die Stadtgrenze hinaus Bekanntheit erlangte. „Es war eine Gruppe Kalabresen aus Ronsdorf, die damit anfingen in Neviges eine Prozession zu organisieren, wie sie sie aus ihrer Heimat kannten“, sagt Milani. Es war die Geburtsstunde des aufwendig gestalteten Kreuzweges, der jedes Jahr in Wuppertal aufgeführt wird und tausende Zuschauer anlockt.

Dass eine italienische Gemeinde ebenso wie eine deutsche unter personellen und finanziellen Engpässen zu leiden hat, liegt in der Natur der Sache. „2005 mussten wir nach der Fusion mit der Mission in Mettmann in kleineren Räumlichkeiten an der Bernhard-Letterhaus-Straße umziehen“, sagt Pfarrer Fernando Lorenzi, der seitdem neben Mettmann auch Pastor in Wuppertal ist.

Klar ist aber auch, dass es ohne Zusammenarbeit und Einbeziehung der lokalen Kirchen nicht geht. „Viele Italiener wenden sich den deutschen Gemeinden zu, weil ihre Kinder die dazugehörigen Kindergärten oder Schulen besuchen und sogleich dort eingebunden werden“, sagt Pfarrer Lorenzi. „Und das ist ja auch gut so.“ Es ist eben Teil einer gelungenen Integration.