„Beim Luisenfest kennt einfach jeder jeden“

„Beim Luisenfest kennt einfach jeder jeden“

Am Wochenende lockte das Fest wieder zahlreiche Besucher ins Luisenviertel. Die Programmänderung kommt vor allem bei Familien gut an.

Luisenviertel. Straßenfeste sind beliebt, um Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen. Denn dort trifft man Leute, die man kennt oder kommt mit anderen ins Gespräch. Das gilt auch für das Luisenfest auf der Luisenstraße. Vor 43 Jahren wurde das erste Luisenfest organisiert und es hat sich bis heute prächtig entwickelt: Auf einer Fläche von mehr als 3600 Quadratmetern erstreckt sich das Fest, zu dem am Sonntag wieder viele Besucher kamen. Auf dieser Fläche verkauften Anwohner ihren Trödel und die angrenzenden Lokalitäten luden zum Verweilen ein.

„Das ist quasi ein privater Flohmarkt“, erklärt Dirk Schüller, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Luisenstraße. „Hier sind nur private Anbieter.“ Und genau darauf ist er stolz: „Das soll so erhalten bleiben. Keine Profis, die Trödel verkaufen, sondern der Charakter als Trödelmarkt soll weiter gepflegt werden.“

Zwar war das Wetter vorher kritisch beobachtet worden, aber im Endeffekt blieb es nach einigen Regenfällen und Gewitter in der Nacht zuvor trocken, so dass das Luisenfest auch ohne Regenschirm besucht werden konnte. Dass das Luisenfest stets weiterentwickelt wird, zeigte sich anhand des Programms. Während es in den vergangenen Jahren zwei Bühnen mit unterschiedlichem Musikprogramm gab, wurde in diesem Jahr nur eine Bühne aufgeboten. Der freigewordene Platz wurde für ein vielfältiges Kinderprogramm genutzt.

Die kleinsten Besucher konnten dabei einen Zauberkünstler bestaunen, sich schminken lassen oder sich von Künstler Thomas Eiffert bei einem Malworkshop Tipps zum Malen abholen. Obendrein konnten die Kinder Sand sieben, um kleine Schätze zu finden — bestehend aus vielen bunten Steinen. „Durch das Kinderprogramm wollen wir auch mal wieder Familien mit Kindern einladen“, erklärte Schüller die Änderung.

Auf der verbliebenen Bühne standen verschiedene Künstler: Die Pianistin und Sängerin Leonora, die Band Gin Bali and the Fried Fluids, die Blues- und Rockband The Electric Coast, der Gitarrist und Sänger Leon Mucke, Uncle Remus, die Art-Pop-Band Frogcodile, die Rockband aus Schleswig-Holstein Goldmouth und ganz zum Schluss die Elektroband MxM, die für ein abwechslungsreiches Programm sorgten.

Eine weitere „Spezialität“ des Festes ist das Pfandsystem für Plastikmüll: Man darf nur Plastikteile verkaufen, wenn ein Pfandsystem eingeführt ist. Zum einen, damit der Müll nicht auf den Straßen landet, aber auch, um Müll zu vermeiden: Man könne Plastikteller auch einfach wieder spülen und noch einmal verwenden, erklärte Schüller.

Für das Fest musste die Straße gesperrt werden, damit die Stände und Besucher Platz hatten. Um Mitternacht wurde diese Sperrung aufgehoben.

Das Luisenfest ist fester Anlaufpunkt für viele Anwohner. „Wir sind gefühlt jedes Jahr hier. Es gehört einfach dazu, weil wir hier wohnen“, war von vielen Anwohnern zu hören. Cornelia Montenbroich macht das alles schon viel länger mit: „Früher habe ich hier gewohnt und auch ein Geschäft gehabt. Da war noch alles anders“, erzählt sie. In den vergangenen beiden Jahren hatte sie nicht am Straßenfest teilgenommen, aber es zog sie dann doch wieder zur Luisenstraße: „Ich bin mittlerweile umgezogen, aber für das Fest komme ich zurück. Hier sind tolle Menschen, mit denen man toll reden kann. Das hat sich alles sehr verändert und entwickelt.“ Sie selber hatte in diesem Jahr auch einen Stand und freute sich, wieder am Fest teilzunehmen: „Jeder kennt jeden, das ist das Tolle hier.“

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