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Bei diesen Wuppertalern treffen epische Filmwelten auf Metallsound

Die Wuppertaler Band Luminiferous kommt zum Swane-Sommer-Festival : Epische Filmwelten treffen auf harten Metalsound

Die Band Luminiferous probt derzeit für ihren ersten Auftritt nach der Corona-Pause. Am Samstag kommt sie ins Luisenviertel.

Bei der Wuppertaler Symphonic Metal-Band Luminiferous finden sich gleich zwei Leidenschaften wieder: große Filmmusik wie die von John Williams oder Hans Zimmer und harter Metalsound. „Die Kombination von beiden Welten ist für uns bei unserer Musik interessant“, sagt Schlagzeuger Maik. Es habe seit dem Start 2015 immer wieder Wechsel in der Besetzung gegeben, „aber unseren Stil haben wir nie geändert. Die heutige Konstellation funktioniert super und wir können uns jetzt auf unsere Songs und das erste Album konzentrieren.“ Ihre Songs seien inzwischen komplexer geworden und sie hätten sich als Band immer weiterentwickelt.

Gemeinsam mit Gitarrist Karsten gehört er zur Urformation von Luminiferous. 2017 kam die Mezzosopranistin Britta dazu und im vergangenen Jahr komplettierte Bassist Arndt die Band. Sie präsentiert am Samstag, 8. August, beim Swane-Sommer-Festival im Wuppertaler Swane-Café vor 50 Fans ab 21 Uhr ihre neuen Songs.

„Es ist unser erstes Konzert nach der Corona-Pause“, berichtet Maik. „Wir konnten uns während des Lockdowns nicht sehen und mussten auf die Proben verzichten.“ Aber die Songs selbst entstünden in ihrer Rohversion bei ihnen zu Hause am Rechner und würden erst dann in der Runde gespielt. „Inzwischen sind wir wieder im Proberaum – mit Masken und mit Abstand. Wir bereiten uns sehr fleißig auf den Auftritt vor

Auf diesen fiebern sie regelrecht hin: „Das Konzert stand schon vor Corona als Termin fest. Lange war es aber nicht sicher, ob es überhaupt stattfinden kann“, berichtet der Schlagzeuger. Der Bescheid dazu sei erst im Juni gekommen. „Ob wir jetzt vor 50 Leuten spielen oder vor 100 oder 1000, ist nicht entscheidend. Wichtig ist die Wertschätzung des Publikums und der Applaus. Wir leben von der Interaktion mit unseren Fans und von deren Feedback.“ Präsentieren werden sie beim Konzert acht Songs, „davon sind sechs den meisten Fans sicher noch eher unbekannt“.

Wichtig und richtig findet Maik die notwendigen Hygieneregeln: „Wir unterstützen das voll, denn wir wollen nicht, dass es nach unserem Konzert zu einem Ausbruch des Virus kommt.“

Mit ihrer Wahlheimat haben sich alle Mitglieder identifiziert

Mit 16 Jahren hat der heute 31-Jährige mit dem Schlagzeug begonnen, später kam dann noch das Keyboard hinzu. „Spannend finde ich es auch, Songs zu komponieren, was ich meist mit Karsten mache. Es macht Spaß, an den Strukturen eines Songs zu arbeiten.“ Ursprünglich kommt Maik aus Magdeburg. „Ich bin aber direkt nach der Wende mit meinen Eltern nach Nettetal gekommen und habe dann in Aachen Physik studiert.“ Gerade promoviert er in Wuppertal im Fach Elektrotechnik.

Eine gebürtige Wuppertalerin ist Britta, die Sängerin der Band: „Ich habe mich schon früh für das Genre Symphonic Metal interessiert und habe mich deshalb später privat im klassischen Gesang ausbilden lassen. Zur Oper wollte ich nie“, betont sie. „Ich war froh, die Jungs getroffen zu haben. In der Band hat alles auf Anhieb funktioniert. Ich fühle mich sehr wohl bei Luminiferous.“

Spät zur Musik gekommen ist Bandmitgründer Karsten: „Ich hatte mal früher ein halbes Jahr Gitarrenunterricht und hatte in der Schule Musik gemacht. Wirklich dafür interessiert habe ich mich aber erst ab Mitte 20. Ein Kollege hatte eine Metalband. Inzwischen mache ich jetzt seit 20 Jahren Musik.“ Er ist großer John-Williams-Fans und besonders begeistert von dessen Soundtrack zu „Jurassic Park“. „Was wäre so ein Film ohne Musik. Das würde nicht funktionieren“, sagt der gebürtige Sauerländer, der über Bielefeld nach Wuppertal gekommen ist und an Bergischen Uni arbeitet.

Mit einer Akustikgitarre ist Arndt mit 15 Jahren ins Musikerleben eingestiegen. „Das hat aber nicht funktioniert und so habe ich mir ein halbes Jahr später einen Bass geholt.“ Bei Stadtfesten in seiner Geburtsstadt Velbert habe er erste Bühnenerfahrung gesammelt. „Mit meiner damaligen Band haben wir Grunge, Rock und Metal gespielt. Da gab es in Eigenregie auch die erste eigene CD.“ Arndt studiert in Wuppertal Maschinenbau und Biologie auf Lehramt für das Berufskolleg.

Von Wuppertal sind alle vier Musiker überzeugt: „Ich lebe seit fünf Jahren hier. Die Stadt hat nicht immer den besten Ruf und wenn man mit der Bahn vorbeifährt, ist sie auch nicht gerade einladend“, räumt Maik ein. „Aber es ist eine sehr kreative Stadt mit viel Kultur und einer großen Lebensqualität. Ich liebe es zum Beispiel auf alten Bahntrassen mit den Inlineskates unterwegs zu sein. Es gibt den Satz ‚Wuppertal muss man lernen’, der stimmt. Das weiß jeder, der eine Weile hier gelebt hat“

Britta ergänzt: „Manche Leute rümpfen die Nase, wenn ich sage, wo ich wohne. Aber die Stadt ist so bunt und hat so viele Kulturen, Religionen und unterschiedliche Menschen, die miteinander leben. Das ist mein Wuppertal, dem bleibe ich treu.“ Auch Arndt ist von seiner Wahlheimat überzeugt: „Ich bin in zehn Minuten zu Fuß mitten im Naturschutzgebiet. Die Stadt ist wirklich grün und ich liebe Orte wie den Botanischen Garten auf der Hardt.“