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Bei Anruf: Umweltschutz

Bei Anruf: Umweltschutz

Eine Nummer feiert Jubiläum: Unter 563-6789 gibt es Rat und Hilfe rund um den Umweltschutz.

Wuppertal. In den frühen 80er Jahren galt es als Hightech-Produkt, war es doch eines der ersten Telefone ohne Wahlscheibe. Der Mann, der es heute noch bedient, heißt Michael Lutz und ist im Umwelt-Ressort der Stadt beschäftigt.

Er und seine Kollegen hatten am Dienstag ein Jubiläum zu feiern: Das Wuppertaler Umwelttelefon wird 25 Jahre alt. Statistisch betrachtet hat in diesem Vierteljahrhundert jeder dritte Wuppertaler mindestens einmal die Nummer 563-6789 gewählt, um sich rund um den Umwelt- und Naturschutz zu erkundigen, Anmerkungen und Ideen zu liefern oder auch um Missstände zu melden.

Von Fragen wie "Wann ist Sperrmüll?" "Wie entsorge ich meinen Kühlschrank?" "Warum bloß stinkt es in meinem Hinterhof?" über Meldungen von Schaumkronen auf der Wupper oder Befindlichkeiten, die womöglich mit hohen Ozon-Werten zu tun haben könnten, war und ist alles dabei.

"Viele Themen haben nicht unbedingt direkt mit Umweltschutz zu tun", erklärt Lutz. Sehr oft gehe es um die Sauberkeit auf Straßen und Plätzen und natürlich den Klassiker: die Hundehaufen.

Es gibt aber auch reichlich Kurioses zu hören. "Da rief ein Mann an, weil eine Ameisenstraße in seiner Wohnung direkt durch den Papageienkäfig führte. Als Folge begann sein Papagei laut zu schreien, was den Blindenhund, der sich ebenfalls in der Wohnung befand, extrem verstörte", erinnert sich Lutz. Selbst in diesem Fall konnte der Fachmann helfen. "Man muss die Ameisen mit Kreidestrichen, die sie als natürliche Barriere anerkennen, umlenken", so Lutz.

Die meisten Anliegen sind allerdings saisonbedingt. Zu Ostern häufen sich die Beschwerden über Brauchtumsfeuer, im Winter über zu viel, oder zu wenig Streusalz auf den Straßen.

Richtig ernst wurde es 1986. Lutz erinnert sich noch lebhaft an das Unglück in Tschernobyl. "Ich saß vor dem Fernseher um das Europapokal Endspiel anzuschauen, da kam es in den Nachrichten. Sofort haben wir das Umweltschutztelefon eine Woche lang rund um die Uhr besetzt."

Weitere große Themen waren das Fischsterben in der Wupper Anfang der 1990er sowie ein Großbrand in Schwelm, der eine Schadstoffwolke über Wuppertal trieb. Damals wurden die Spielplätze in der Stadt gesperrt.

Zum Jubiläum hat Lutz ein Geschenk bekommen: Eine neue Telefonanlage inklusive Headset, um den kommenden Herausforderungen mit "Armfreiheit" zu trotzen.