Bayers musikalisches Flaggschiff

Bayers musikalisches Flaggschiff

Die Kulturabteilung des Unternehmens stellt ihr Programm für die kommende Saison vor.

Nun hat auch die Kulturabteilung der Bayer-Werke ihr Programm vorgestellt, das sie für die kommende Saison für Wuppertal festgezurrt hat. Wieder kann sich das musikalische Angebot sehen lassen, das wie gehabt in der Stadthalle jeweils um 20 Uhr stattfindet. Musikreferentin Carolin Sturm spricht von einem „Flaggschiff“, wenn es um den Klavierzyklus geht. Erneut sind es vier Abende, die neugierig machen.

Foto: Maike Helbig/Roland Breitschuh/Stephan Reising

Gleich am 1. Oktober gibt es einen Höhepunkt: Die renommierte deutsche Pianistin Ragna Schirmer kommt. Sie ist bekanntlich eine Clara-Schumann-Expertin. Also stehen Werke von ihr auf dem Programm wie solche ihres Ehemanns Robert und von Komponisten, die zu Clara Schumanns Lieblingsstücken gehörten: Ludwig van Beethoven, Domenico Scarlatti, Christoph Willibald Gluck, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy. Sie soll damals, als es Wuppertal als Stadt natürlich noch nicht gab, oft in Barmen und Elberfeld aufgetreten sein. Laut Sturm soll Schirmer nach-geforscht haben, welche Stücke hier auf dem Programm standen. Davon will sie welche präsentieren.

Foto: Maike Helbig/Roland Breitschuh/Stephan Reising

Am 10. Dezember ist Sophie Pacini zu Gast, die bereits meh-rere Preise wie den „Echo Klassik 2015“ einheimste. Die deutsch-italienische Pianistin hat sich für den Abend Werke von Frédéric Chopin (Nocturne op. 48 Nr. 1, Polonaise-Fantasie op. 61), Franz Liszt (Consolation 1 & 2), Richard Wagner/Liszt (Ouvertüre zu „Tannhäuser“) und Robert Schumann (Carnaval op. 9) ausgesucht.

Ein Gastspiel gibt Dezsö Ránki am 4. Februar. Der ungarische Pianist beschäftigt sich dann mit einem der beiden Schwerpunktthemen der kommenden Spielzeit von Bayer-Kultur: „Entartete Kunst“. Bekanntlich war Béla Bartók ein Gegner des Nationalsozialismus. Also stehen Kompositionen von ihm im Mittelpunkt: das erste Heft „Für Kinder“ (Version 1945), „Rumänische Weihnachtslieder I-II und die Suite op. 14. Ferner werden zwei Sonaten von Joseph Haydn (B-Dur, HOB XVI/41 und Es-Dur, HOB XVI/49) und von Maurice Ravel „Menuet sur le nom de Haydn“ und seine Sonatine erklingen.

Last but not least konzertiert Hardy Ritter am 6. Mai. Der deutsche Pianist ist zweifacher Echo-Preisträger. Ebenfalls sehr gehaltvoll ist sein Programm. Von Ferruccio Busonis wird er die „Fantasia“ nach Johann Sebastian Bach, „Neun Variationen über ein Präludium von Frédéric Chopin“ und die „Toccata“ spielen. Die Noten der Variationen über ein eigenes Thema op. 21,1 von Johannes Brahms hat er ebenso im Gepäck wie die der drei Klavierstücke op. 11 von Arnold Schönberg und Christopher Tarnows „Nachtstücke“.

Das traditionelle Weihnachtskonzert mit dem Männerchor Bayer Leverkusen geht am 6. Dezember in seine 21. Runde. „Von Engeln und Hirten“ lautet das Programm. Bernd Kuschmann, einstiger Publikumsliebling im Schauspiel-Ensemble, lässt es sich dann nicht nehmen, Texte beizusteuern. Auch die beliebten Weckmänner gibt es dann wieder.

Und ein Groß-Projekt steht am 9. März ins Haus. „I Believe - A Holocaust Oratorio for Today“ heißt das Oratorium aus der Feder des zeitgenössischen kanadischen Komponisten Zane Zalis. Darin hat er die schrecklichen Geschehnisse des Holocausts von der Reichskristallnacht bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Töne und Worte gefasst. Sturm betont ausdrücklich, dass sich das Stück an jede Altersgruppe und an Schulklassen richtet. Kelsey Cowie (Sopran), die Te-nöre Jean-Pierre Ouellet und Marko Zeiler, Sprecher Stefan Müller-Ruppert, der Chor der Konzertgesellschaft, der Solitude-Chor Stuttgart, ein noch zu benennender Kinderchor und die Bayer-Philharmoniker unter ihrem Chef Bernhard Steiner werden diese groß angelegte Komposition aufführen.

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