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Barmen: Wuppertaler Jugendcafé soll stadtnah bleiben

Stadt hofft bald einen Mietvertrag unterschrieben zu können : JiM soll stadtnah bleiben

Für das ehemalige JiM sucht die Stdat noch immer einen neuen Standort. Die Anlaufstelle wurde 2017 geschlossen - nach Problemen zwischen Jugendlichen, Anwohnern und Polizei.

Nur zwei Jahre lang diente das Café JiM in der Barmer Schuchardstraße Jugendlichen als Treffpunkt. Seit 2017 ist es geschlossen. Der Name JiM steht für „Jugend im Mittelpunkt“; dieses Motto hatte ab 2015 gelten sollen, als der Wuppertaler Jugendrat die Räumlichkeiten herrichtete. Doch schon 2017 standen Streitigkeiten im Mittelpunkt: Die Stadt sah sich gezwungen, das Café zu schließen, nachdem es zu Konflikten, Polizeieinsätzen und zu einem tätlichen Angriff eines Jugendlichen auf einen Anwohner gekommen war. Im Folgejahr hatte die Bezirksvertretung Barmen für die Räume an der Schuchardstraße einen neuen Zweck gefunden. Das Kultur-Kinder-Café ist schon im vergangenen Sommer an den Start gegangen, während das Jugendcafé noch immer auf eine Neueröffnung wartet. In der Zwischenzeit wurden Streetworker eingesetzt, es sollte eine mobile Lösung geben. Aber offensichtlich passiert ist nichts.

Barmens Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU) berichtet, dass mehrere Orte für eine Neueröffnung bereits infrage gekommen sind. Einer davon wurde aus brandschutz- und gebäuderechtlichen Gründen schon wieder aus der Auswahl gestrichen. Es gestalte sich alles andere als leicht, geeignete Räume zu finden. Viola Wessler, Fachbereichsleiterin Jugend und Freizeit beim Jugendamt der Stadt, kann aber berichten: „Es gibt gute Hoffnungen, dass bald ein Mietvertrag unterschrieben wird.“ Sie will aber „keine schlafenden Hunde wecken“, bevor mögliche Räume durch die Bezirksvertretung und den Jugendhilfeausschuss abgesegnet wurden.

Viele Auflagen wirken sich herausfordernd auf die Suche aus, darunter barrierefreie Zugänge und Toiletten oder Genehmigungen des Bauamtes. Auch die Vorgeschichte des Jugend-Treffpunktes mache die Standortsuche schwierig, sagt Wessler. Die Auseinandersetzungen mit Anwohnern belasteten das Projekt. Sie wirbt für Verständnis und berichtet von eigenen Erfahrungen: „Wir selbst hatten nie Probleme im Jugendcafé.“

Zwei Rahmenbedingungen für den Neustart sind schon gewiss. Der Treffpunkt wird zum einen weiterhin in der Barmer Innenstadt sein, „hier will sich aufgehalten werden, hier passiert etwas.“ Zum anderen wird der Titel JiM nicht beibehalten. „Der Name ist total verbrannt, es wird also nur ‚Jugendcafé‘ heißen, um einen positiven Start zu haben.“

Dieser positive Start soll sich dann auf den Zweck der Einrichtung auswirken. Der wird in Beratungen zu Schule und Beruf, Bildungsangeboten und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bestehen. Auf Basis dieser Angebote soll laut Wessler ein „großes Netzwerk“ entstehen.

Bezirksbürgermeister Lücke wünscht sich eine baldige Re-Etablierung eines Treffpunktes, der „unverzichtbar“ sei. Das Jugendamt habe die Lokalpolitik nach anfänglichem Streit um das JiM davon überzeugen können, dass die Einrichtung notwendig sei. Nun stehe der Austausch mit dem Jugendamt auf einer guten Basis, so Lücke. „Das Kultur-Kinder-Café wurde in optimaler Zusammenarbeit geschaffen“, lobt er. Nun hofft er, dass auch für die ältere Zielgruppe bald wieder Möglichkeiten entstehen.