Burgholz: Barfußpfad mit Hindernissen

Burgholz : Barfußpfad mit Hindernissen

Der Bürgerverein Küllenhahn hat mit der Idee den zweiten Platz bei W-Impuls gemacht. Die Umsetzung ist aber schwierig.

Der Bürgerverein Küllenhahn hofft darauf, im kommenden Frühjahr einen Barfußpfad eröffnen zu können. Vorsitzender Michael Ludwig und seine Mitstreiter hatten die Idee im vergangenen September beim W-Impuls Wettbewerb eingereicht und den zweiten Platz belegt – inklusive der Chance, über die Spendenplattform Gut für Wuppertal Geld zu sammeln.

Rund 7500 Euro haben die Ehrenamtler für ihr Projekt gesammelt, aber umgesetzt haben sie es bisher nicht. Der ursprüngliche Plan sah vor, an der Kaisereiche im Burgholz einen Barfußpfad mit unterschiedlichen Bodenmaterialien einzurichten - darunter Sand, Kies, Rindenmulch, Fichtenzapfen, Lärchen-Nadeln oder auch Traubenkerne und Nussschalen. Die Materialien sollten in rechteckige Bodeneinfassungen gefüllt werden. Dazu war eine Erweiterungsidee eingereicht worden: ein Barfußwanderweg zur Sambatrasse.

Ein neues Konzept soll die Umsetzung beschleunigen

Aber bisher ist nichts passiert. Der Verein sagt, eigentlich hätten sie gerne eine größere Lösung: nicht nur einen kleinen „Fußfühlpfad“, sondern einen längeren Wanderweg. Das würde aber laut Forstamt im Naturschutzgebiet nicht gehen. Jetzt haben Ludwig und seine Mitstreiter im Verein das Konzept noch einmal überarbeitet - und einen längeren Wanderweg mit entsprechenden Belägen geplant. An anderer Stelle: Der Weg soll vom Wanderparkplatz bis zur Sambatrasse und zum Bahnhof Burgholz gehen, nicht durch das Naturschutzgebiet.

Ob und wie der Weg dann umgesetzt wird, soll bald entschieden werden. Das zuständige Forstamt Rhein-Sieg-Erft bestätigt, dass man sich derzeit in einer Abstimmung mit dem Bürgerverein Küllenhahn befindet. „Die Projektidee ist bereits bekannt und wird in der nächsten Zeit bei einem Ortstermin mit Vertretern des Bürgervereins besprochen. Dabei wird erörtert, ob, wo und in welcher Weise ein solcher Pfad angelegt werden kann“, sagt der Forstamtsleiter Uwe Schölmerich.

Gleichzeitig deutet er das weitere Vorgehen schon an: „Über die Gestaltung, die laufende Pflege des Pfades und eventuelle Haftungsfragen werden dann gegebenenfalls in einem abzuschließenden Gestattungsvertrag Vereinbarungen zwischen dem Grundeigentümer und dem Verein getroffen.“ Ludwig hofft, im kommenden Frühjahr den Weg eröffnen zu können.

Dass es bisher nicht so gut vorangegangen ist, könnte auch am Vorgehen des Vereins liegen. Denn der Bürgerverein hat das Konzept nicht vorab mit dem Forstamt besprochen. „Wir hatten die Fühler ausgestreckt, und dachten, das sollte schon ok sein.“ Ludwig räumt selbst ein: „Eine Absprache wäre sicher sinnvoll gewesen“, aber das Konzept sei sehr kurzfristig entstanden. Beim Regionalforstamt zeigt man sich verwundert: „In der Tat ist es ungewöhnlich, ein solches Projekt ohne Rücksprache mit den zu Beteiligenden zu planen. Diese Abstimmungen muss man jetzt nachholen mit dem Risiko, dass man das Projekt nicht wie geplant realisieren kann.“

Das ist nicht die einzige Unstimmigkeit: Im geänderten Konzept verweist Ludwig auf ein Angebot des Waldpädagogischen Zentrums, einen Waldlehrpfad einzurichten. Martin Barth, Leiter des WPZ, sagt aber: „Wir haben gar keine Kapazitäten dafür“. Zumal er die Idee des Barfußpfades nicht uneingeschränkt gut findet: „Wir haben bereits einen Barfusspfad auf dem Gelände des WPZ und einen zweiten benötigen wir eigentlich nicht.“ Es gebe schon „waldpädagogische Aktionen, bei denen man barfuss unterwegs ist. Der Waldboden ist so vielfältig strukturiert, dass wir für diese Aktionen nicht extra einen Barfusspfad benötigen.“

Der Verein hält trotzdem an der Idee fest, notfalls ohne Waldlehrpfad. Was am Ende aus der Idee wird, wird bald entschieden.

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