Bandwebermuseum zieht alleine um

Bandwebermuseum zieht alleine um

Nach der Absage der Ronsdorfer wird das neue Museum mit den Cronenbergern geplant.

Es war eine große Runde, die sich in der letzten Woche im Verwaltungsgebäude traf, heraus kam eine kleine Lösung. Die nun (endlich) in die Tat umgesetzt werden soll. Das Cronenberger Bandwebermuseum, das sein Domizil in der Friedrich-Bayer-Realschule nicht behalten kann, weil die Räume für die Schüler gebraucht werden, zieht alleine in das ehemalige Goldzackgebäude an der Wiesenstraße. Das vom Ronsdorfer Heimat- und Bürgerverein geleitete Bandwirkermuseum zieht nicht mit, will in der ehemaligen „Preußischen Bandwirkerfachschule“ im Stadtteil bleiben.

Kulturdezernent Matthias Nocke lenkt den Blick nach vorne: „Wir sind in der Pflicht, die Räumlichkeiten in der Schule frei zu kriegen.“ Steigende Schülerzahlen - auch beim benachbarten Gymnasium - führ(t)en dazu, dass die vom beliebten Bandwebermuseum genutzten zwei Klassenräume im Schulzentrum Süd immer dringender gebraucht werden. Hans-Uwe Flunkert, der das Gebäudemanagement der Stadt leitet, brachte vor zwei, drei Jahren das ehemalige Goldzackgebäude als neues Domizil ins Gespräch. Nachdem der Ursprungsgedanke einer Einbindung der Bandweberei Kafka in einem „lebendigen Museum“ wegen Schall- und Schwingungsproblemen verworfen werden musste, ging es nun darum, Ronsdorfer Bandwirker und Cronenberger Bandweber an einem Ort zusammenzuführen, der in der Nähe der Nordbahntrasse liegt, attraktive „Mitbewohner“ wie ein Theater und eine Boulderhalle hat und passenderweise ein Fabrikgebäude ist, indem einst unter anderem Textilbänder hergestellt wurden.

Kurzfristige intensive Gespräche und einen Ortstermin in „bester Atmosphäre“ später sagten die Ronsdorfer einen Umzug nach Elberfeld jedoch ab: Sie wollen im Stadtteil bleiben, können sich weder ein anderes Konzept vorstellen noch ehrenamtlich leisten. Sie bieten den Cronenbergern jedoch ihre fachmännische Unterstützung an. Nocke nimmt es zur Kenntnis und weist darauf hin, dass die seit 2009 geleistete, finanzielle Unterstützung des Ronsdorfer Vereins durch das Historische Zentrum bei Miete und Nebenkosten mit entsprechenden Museumsaktivitäten durch den Verein einhergehen müsse.

Derweil dürfte die Sommerpause für die Cronenberger kurz ausfallen. Steht ihnen doch nicht nur der Umzug — für den Flunkert nach wie vor den Herbst anvisiert — bevor, der geplant und bewerkstelligt werden will. Es muss auch ein Konzept für das neue Museum erarbeitet werden, das eine Art Außenstelle des Historischen Zentrums für Hausbandweberei werden soll.

Der Förderverein Bandwebermuseum Cronenberg bringt viel Engagement und Erfahrung in die Überlegungen ein. „Alles ist im Umbruch, aber wir haben gute Fachkräfte in unseren Reihen“, stellt die pensionierte Lehrerin und Vereinsvorsitzende Irmhild Pesch fest. Eigentlich wollte sie schon vor Jahren kürzer treten, will aber den Neuanfang des von ihr mitaufgebauten Museums in Elberfeld begleiten. Auf jeden Fall bleibt das Museum in der Cronenberger Schule solange zugänglich, bis die umzugsbedingte Schließung nötig wird.

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