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Stadtentwicklung

Bahndirektion: Alexander Clees präsentiert eine Machbarkeitsstudie

Alexander Clees führte die Besuchergruppe durch die seit Jahren leerstehende  Bahndirektion. FOTO: Fischer, Andreas H503840

Wuppertal Politik und Verwaltung besichtigten die Bahndirektion. Das Gebäude soll zum Bürgerzentrum umgebaut werden.

Am Montag, 17. Februar, steht im Rat der Stadt Wuppertal der Grundsatzbeschluss für die Nutzung der früheren Bahndirektion als Verwaltungsgebäude auf der Tagesordnung. Damit sich die Ratsmitglieder, Bezirksvertreter sowie Mitglieder der Verwaltung vor der wegweisenden Abstimmung ein Bild von den Räumlichkeiten machen konnten, führte Besitzer Alexander Clees von der Clessgruppe am Freitag durch das Labyrinth der Flure.

10 000 bis 12 000 Quadratmeter sollen in dem zentral gelegenen Gebäude am Döppersberg angemietet werden. Die Verwaltung habe für Ende des Jahres den Durchführungsbeschluss ins Auge gefasst, erklärte Stadtdirektor Johannes Slawig. Bis dahin müssten in den Verhandlungen der Stadt mit der Cleesgruppe noch einige Details geklärt werden. So steht zum Beispiel der Mietpreis noch nicht fest. Der Besitzer  ist planerisch in Vorleistung getreten: Alexander Clees präsentierte den Gästen eine Machbarkeitsstudie, die zu dem Ergebnis kommt, dass die von der Stadt geforderte „moderne Bürowelt“ in dem alten Gemäuer umsetzbar ist.

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Umbau Bahndirektion

Aufgeräumt Die Arbeiten in der Bahndirektion haben mit den Planungen für ein Factory Outlet Center vor ein paar Jahren begonnen. Die  Dienststuben sind  besenrein entkernt. Unschwer zu erkennen ist, dass vor dem Einzug der Stadt  noch viel Arbeit wartet.

Konzept Im Verlauf der vergangenen Jahre hat die Cleesgruppe die Nutzung der Bahndirektion in einigen Varianten durchgeplant. Die aktuelle Version sieht einen barrierefreien Zugang für die Kunden vor. Es soll separate Mitarbeiter-Eingänge geben.

Miete Die Stadt will als Mieter einziehen. Über die Höhe der Jahresmiete von rund einer Million Euro wird verhandelt. Die Cleesgruppe soll das Gebäude Mitte der 2000er Jahre für drei Millionen Euro von der Bahn erworben haben.

„Es erfordert etwas Fantasie, sich die Umsetzung der Pläne bei unserem Rundgang vorzustellen“, sagte Alexander Clees zur Begrüßung. So mancher Teilnehmer der Besichtigung wird sich an einen früheren Besuch in der Bahndirektion erinnert haben, als Clees seine Pläne zum Umbau in ein Factory Outlet vorstellte. Damals war noch weit mehr Fantasie gefragt. Bekanntlich wurden die Planungen für einen Konsumtempel mit einer Erweiterung zum Postgebäude am Kleeblatt  wieder zu den Akten gelegt.

Bahndirektion soll zum
Bürgerzentrum werden

Das aktuelle Vorhaben zur Schaffung eines Bürgerzentrums ist ebenfalls sehr ambitioniert, denn deutlich mehr als 1500 Kunden sollen täglich in der dann nach dem Barmer Rathaus zweitgrößten Verwaltungsstelle bedient werden. Neben dem Straßenverkehrsamt könnte dort nach einer geschätzt 18-monatigen Umbauzeit (bei Baubeginn Anfang 2021) Ende 2022 auch das Einwohnermeldeamt einziehen.

Die entsprechende Infrastruktur erfordert ein völlig neues Nutzungs- und Raumkonzept. So soll laut Alexander Clees zum Beispiel das ebenerdige Kellergeschoss komfortable WC-Anlagen für Kunden und Mitarbeiter erhalten.

Architekt Georg Rose vom Frankfurter Architekturbüro ATP zeigte sich überrascht: „Das Gebäude ist flexibler als man ihm unterstellen mag, und man kann dort Nutzflächen wie in einem Neubau nutzen.“ Nutzfläche wird zum Beispiel gewonnen, in dem Büros und Besprechungsräume in die bisherigen Flure verlagert werden. Damit würde die alte Struktur des Gebäudes - breiter Gang, kleine Dienstzimmer - aufgebrochen.

Nach dem Prinzip „Front office“ für den Publikumsverkehr und „Back office“ für Beratung und Verwaltungsarbeit soll die grundlegende Aufteilung erfolgen. Um einen Service- und Eingangsbereich zu schaffen, muss im Innenhof ein Gebäudeteil abgerissen werden, der bis in die  2000er Jahre noch von der Sparda-Bank genutzt wurde. Überhaupt zeichnet sich die Bahndirektion besonders durch Bauabschnitte aus, die erst nachträglich dem „Stammhaus“ hinzugefügt wurden.

Die Pläne präsentierte Alexander Clees im sogenannten Kaisersaal. Der trägt seinen Namen, weil er für den Fall der Fälle, dass der Kaiser am Bahnhof Elberfeld Station machen sollte, als repräsentativer Raum zur Verfügung stand. Zu einem kaiserlichen Besuch soll es aber nie gekommen sein. Stadtdirektor Johannes Slawig hat in der Bezirksvertretung Elberfeld vorgeschlagen, den Saal für Veranstaltungen und Sitzungen zu nutzen.