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Bahn-Vorstand sagt Sanierung der Müngstener Brücke zu

Bahn-Vorstand sagt Sanierung der Müngstener Brücke zu

Auf Nachfrage der Grünen betont Vorstands-Chef Rüdiger Grube, dass man aber mindestens bis 2015 am Bauwerk arbeitet.

Müngsten. Seit Monaten blicken Bahnkunden, Ausflügler und Verkehrsexperten sorgenvoll zur Müngstener Brücke: Seitdem klar ist, dass das Bauwerk nach 112 Jahren ein Sanierungsfall ist (die WZ berichtete), dreht sich alles um eine Rettung der höchsten Stahlgitterbrücke in Deutschland. Während die Bausubstanz derzeit genau unter die Lupe genommen und der Austausch der Brückenlager vorbereitet wird, hat sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, auf Nachfrage der Landtagsabgeordneten (MdL) Sylvia Löhrmann (Grüne) zu Wort gemeldet.

Aktuell führe man am Bauwerk Nachrechnungen durch, "um gezielt Maßnahmen einleiten zu können, die einen sicheren und zukunftsorientierten Eisenbahnbetrieb gewährleisten", erklärt Grube. "Zu den Untersuchungen gehören auch Spannungsmessungen, welche die Auswirkungen von Beschleunigungs- und Bremskräften der Eisenbahnfahrzeuge auf das Brückenbauwerk zeigen."

Zudem habe man einen Experten mit einem Standsicherheitsnachweis beauftragt - dessen Prüfungen sollen Ende September abgeschlossen sein. Mit dem Eisenbahnbundesamt habe man einen Katalog von Maßnahmen "abgestimmt, der schrittweise umgesetzt wird". Über laufende Arbeiten am Korrosionsschutz und dem Austausch einzelner Bauteile stellt Grube "eine abschnittsweise Sanierung" in Aussicht. Sie habe man finanziell eingeplant.

Angesichts der Größe der Müngstener Brücke - sie ist mehr als 100 Meter hoch und 465 Meter lang - "werden sich diese Arbeiten über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren erstrecken", so Grube. "Am Ende wird das Bauwerk über einen entsprechenden Korrosionsschutz verfügen, und querschnittsgeschwächte Bauteile werden erneuert sein." Dabei halte man sich an die Auflagen des Denkmalschutzes.

Sylvia Löhrmann bewertet das "als einen ersten positiven Schritt, dem nun die Umsetzung folgen muss." Das Tempolimit auf der Brücke sei "beunruhigend" und dürfe kein Dauerzustand sein.