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Bäume auf dem Evangelischen Friedhof in Barmen gefällt

Umwelt : Mehrere Bäume auf dem Evangelischen Friedhof gefällt

Anwohner in Barmen ärgern sich über die Baumfällungen. Der Friedhofsverband erklärt, was an der Stelle entstehen wird.

Für Alexander Konrad ist es ein Ärgernis, dass die Bäume im Westteil des Evangelischen Friedhofs an der Hugostraße in Barmen der Kreissäge zum Opfer gefallen sind.  Der Barmer wohnt in einem Haus in der Nähe des Friedhofs und erblickte Ende der vergangenen Woche entsetzt den „Kahlschlag“.

„Es sind alte Parkbäume, rund zwei Dutzend, die gefällt worden sind. Im Lichte des Klimaschutzes und so kurz nach der Flutkatastrophe finde ich das nicht richtig“, sagt er verständnislos. Die Bäume würden als CO2-Filter gebraucht. Auch ist er irritiert darüber, dass die Bewohner in der näheren Umgebung nicht über die Fällaktion informiert worden sind. „Eine Absprache hätten wir erwartet.“

Konrad denkt, dass es eine andere Lösung als die Fällung der Bäume gegeben haben müsste, auch im Interesse der Trauernden. Die Gebäude stünden sehr nah am Friedhof.

Schon vergangene Woche haben Ingo Schellenberg, den Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbandes Wuppertal, Nachfragen zu den Baumfällungen erreicht. Er erklärt, dass zwei Laubbäume und zwölf Nadelgehölze im Auftrag des Friedhofsverbandes gefällt wurden; dafür sei keine Genehmigung gemäß der Baumschutzsatzung benötigt worden, da eine Friedhofsfläche nicht darunter falle.

Die Gebäude grenzen bis auf wenige Meter an den besagten Teil des Friedhofs. Schellenberg hörte aus einer Beschwerde heraus, dass die Anwohner nicht aus dem Fenster auf den Friedhof schauen wollten, die Bäume haben eine gewisse Art von Sichtschutz geboten. „Aber der Friedhof war schon 1877 da, bevor die Häuser gebaut wurden“, sagt er. Bestattungen fänden auch immer, mit wenigen Ausnahmen, zwischen 10 und 12 Uhr und nur von Montag bis Freitag statt, sodass es auch in dieser Hinsicht wenig Beeinträchtigungen gibt.

Der Bereich mit den Bäumen, die gefällt wurden, sei zugewuchert gewesen und habe sich in keinem guten Zustand befunden, auch seien es keine „wertvollen Bäume“ gewesen. An der Stelle sollen nun neue Grabanlagen geschaffen werden mit Staudenbepflanzungen, ebenso  wertige Bäume werden nachgepflanzt, die den derzeitigen Witterungsbedingungen besser standhalten können. „Es wird alles gärtnerisch gestaltet“, versichert der Geschäftsführer. Es gehe um bessere Aufenthaltsbereiche und Biodiversität.

Auch sei ihm zu Ohren gekommen, dass es viel Platz auf dem Friedhof gebe, wieso ausgerechnet dort die Bäume für Grabflächen fallen mussten. Dazu erklärt Schellenberg, dass gerade diese Stelle ebenerdig ist und in der Nähe des Parkplatzes liegt, somit für ältere und behinderte Menschen besser erreichbar ist.

Am Rand des Friedhofs zu den Häusern hin soll entweder eine Hecke gepflanzt oder alternativ ein Stabmattenzaun von bis zu zwei Metern Höhe errichtet werden. Dazu werde es aber noch einen Ortstermin geben. Schellenberg versichert, auf die Anwohner zugehen zu wollen.