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Bärbel Schröder ist ein echtes Kind des Barmer TV

Alles für den Klub : Ein echtes Kind des Barmer TV

Mit Bärbel Schröder, 2. Vorsitzende und Mädchen für alles im Klub, startet unsere Serie über Ehrenamtliche in Vereinen.

Ein Satz ihrer Mutter hat sich Bärbel Schröder besonders ins Gedächtnis eingebrannt: „Keine Lust gibt es nicht.“ Doch dieser Mahnung, wenn die sportbegeisterte Bärbel, die damals noch Buschhaus hieß, ausnahmsweise mal wenig Neigung zeigte, zum Turntraining zu gehen, hat es sicher selten bedurft. Heute sagt Schröders eigene Tochter Julia der 56-Jährigen eher: „Mama, Du musst auch mal nein sagen und es nicht immer allen Recht machen wollen.“ Angesichts der Ämter, die Bärbel Schröder seit vielen Jahren beim Barmer TV mit Energie ausfüllt – von der Übungsleiterin, über die Leiterin der Tanzabteilung bis zur 2. Vorsitzenden und kommissarischen Leiterin der Fitnessabteilung – ist das kein Wunder. 

Mit sechs zum BTV gekommen
und heimisch geworden

„Ich bin ein Kind des BTV“, sagt Schröder über sich, und das kann man bei mittlerweile 50 Jahren im Verein nachvollziehen. Dabei wirkt sie immer noch jugendlich. Mit sechs Jahren war sie über eine ehemalige Trainerin, die in der Nähe des Elternhauses in Langerfeld eine Hühnerfarm hatte, zum BTV und zunächst zum Kunstturnen gekommen. Bald hieß es für sie viermal die Woche die Heckinghauser Straße hinauf zur Halle. An dieser Hallenpräsenz hat sich übrigens bis heute wenig geändert. Sie ist Vortänzerin bei vielen Videokursen des Vereins, die sie in Corona-Zeiten mit angeleiert hat, Ansprechpartnerin für die Geschäftsstelle und die Hausmeister oder Wächterin über das Hygienekonzept für die Halle, das sie mit ausgearbeitet hat.

Wenn es auch nur eine Notlösung ist, macht ihr die Kommunikation mit ihren Athleten via Zoom riesigen Spaß. Auf ein Bildschirmfoto, das ihre zahlreichen Eleven zeigt, die mit den Händen ein Herz formen und in die Kamera halten, ist sie besonders stolz. Das passt zur nächsten Mahnung ihrer Tochter Julia, die auch selbst inzwischen Tanzlehrerin ist: „Mama, du musst nicht immer die Nette sein.“ Strenge gehört eben auch zum Training. Das hat Bärbel Schröder zunächst beim Leistungsturnen, später bei der Leichtathletik und dann beim Jazz- und Modern Dance selbst erfahren. Schon als Jugendliche hat sie als Übungsleiterin die ersten Gruppen übernommen. Ihre Freundin Bettina-Klaus Brebeck hat sie zum Jazz- und Modern Dance gebracht. Nach eigenen Ausflügen zum Oberbarmer TB, ASV und PSV baute Bärbel Schröder dann vor 16 Jahren im BTV eine eigene Abteilung auf. „Wir haben mit sechs Kindern angefangen“, erinnert sie sich. Heute sind es gut 200, auch wenn es zuletzt pandemiebedingt ein paar Abmeldungen gegeben habe. Noch ist nicht klar, wie die nächste Wettkampfsaison aussehen kann, dabei müsste man langsam starten, Choreografien einzustudieren. Tochter Julia assistiert ihr, und die beiden Enkel (7 und 2) machen längst erste Tanzschritte im BTV.

Auch Bärbel Schröder hat ihre drei Töchter, inzwischen 28, 30 und 31 Jahre alt, so früh wie möglich zum Sport mit in die Halle genommen. Ehemann Ralf hat sie jedoch nicht über den Sport kennengelernt. Beide gingen in Schwelm aufs Gymnasium, hatten später eine kurze Liaison, als sie eine Lehre im Langerfelder Textilwerk machten. Als man sich dann zufällig an der Ampel am Alten Markt wieder traf, ging es schnell: Zusammenziehen, Heirat, Kinder. „Schnell hat Ralf auch gemerkt, dass es mich nur im Paket mit dem Sport gibt“, sagt Bärbel Schröder lachend. Auch von ihm erfährt sie große Unterstützung in ihrer Vereinstätigkeit, 2015 sprang Ralf Schröder sogar in die Bresche, als der BTV einen neuen Vorsitzenden benötigte und ist das bis heute.

Entspannung vom gemeinsamen Vereins-Engagement finden beide übrigens beim Rücktraining – mal nicht beim BTV. Bärbel Schröder fährt außerdem zweimal die Woche abends noch zum Ballett nach Remscheid. „Das macht mir einen Riesenspaß, und ich muss da mal nicht selbst vorne stehen“, sagt die energiegeladene 56-Jährige, die sich neben Großfamilie und Verein auch noch Zeit für einen Betreuungsjob an einer Schule nimmt. „Ehrenamt ist heute keine Ehre mehr, sondern ein Fulltimejob“, sagt sie angesichts ihrer vielen Aufgaben und macht doch keine Anstalten, das zu reduzieren. „Keine Lust, gibt es nicht.“