Badewannen-Mord: Die späte Angst der Ex-Freundin

Badewannen-Mord: Die späte Angst der Ex-Freundin

Prozess: Eine junge Frau lebte von 2004 bis 2005 mit dem angeklagten Christian S. zusammen. Am Donnerstag sagte sie aus.

Wuppertal. Als die 23 Jahre alte Frau im Zeugenstand Platz nimmt, meidet sie den Blick nach rechts zur Anklagebank. Dort sitzt Christian S., ihr Ex-Freund. Seit Ende Juni muss er sich für einen brutalen Mord verantworten.

In der Nacht zum 25. November des vergangenen Jahres soll S. seine Bekannte Yvonne W. (28) bestialisch getötet haben. Als er in der Wohnung von Yvonne W. an der Westkotter Straße mit ihr alleine war, ließ der 25-Jährige seiner Mordlust freien Lauf, so die Anklage. W. wurde auf bestialische Art und Weise - unter anderem mit Schraubenzieher-Hieben in die Ohren - zu Tode gequält. Man fand sie ertränkt in der gefüllten Badewanne.

Am Donnerstag der Zeugenauftritt jener 23-Jährigen. Sie ist die Ex-Freundin. Sie hat mit Christian S. zusammen gelebt. Das war Jahre vor der Tat. Trotzdem ist sie für das Verfahren wichtig. Denn sie hat schon damals "Auffälligkeiten" bei ihrem damaligen Freund, den die Staatsanwaltschaft für psychisch krank hält, festgestellt.

So habe S. ihren Hund mit heißem Wasser überschüttet, angeblich aus Versehen. Ihre Katze soll er halb tot getreten haben, nur weil das Tier ihn zuvor gebissen hatte. Mehrfach habe S. in der gemeinsamen Wohnung randaliert - aus nichtigem Anlass. "Bei Stress drehte er durch", sagte die Zeugin gestern.

Damals fand sie auch Collagen, die sich ihr Freund aus Horrorfilmen zusammen gebastelt hatte. Dass S. tausende Bilder mit Sexfolter-Szenen auf seinem Computer sammelte, ist für die Ermittler ein klares Indiz dafür, dass er sich gezielt für die Mordnacht des 25. November 2006 in Stimmung gebracht hat.

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