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AWG verteidigen Recyclinghof: Wuppertaler Anlage sei Vorzeigeprojekt

Nach Kritik : Recyclinghof ist „Vorzeigeprojekt“

AWG will Anwohnern in Gräfrath Ängste nehmen und nennt Details.

Die geplante Bodenrecyclinganlage in Wuppertal-Vohwinkel bezeichnet Projektleiter Frank Schlenz als nachhaltig. Es entstünden zehn neue Arbeitsplätze, sie trage dazu bei, den Kohlendioxidausstoß zu verringern, und sie sei für den künftigen Betreiber, die Wuppertaler Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG), wirtschaftlich interessant. Im Gespräch mit unserer Zeitung ging er auf Sorgen von Anwohnern im nahe gelegenen Gräfrath ein. Er versichert: Wegen Staub, Lärm oder zusätzlichem Lkw-Verkehr bräuchten sie mit keinen unzumutbaren Belastungen zu rechnen.

In der Anlage am Vohwinkeler Westring will die AWG den Bodenaushub der kommunalen Wuppertaler Baustellen aufbereiten. Hier fallen jährlich rund 95 000 Kubikmeter Aushub an. Ausgelegt sei die Anlage für bis zu 225 000 Kubikmeter pro Jahr. Auch die Städte Remscheid und Velbert seien Gesellschafter der AWG, erklärte Schlenz. Darum halte man für dortige Baustellen Kapazitäten vor. Der bearbeitete Boden soll wieder auf Baustellen in der Region eingesetzt werden.

Der größte Teil der Arbeit
fällt an einer Siebmaschine an

Die Bodenaufbereitung soll auf dem 15 000 Quadratmeter großen Grundstück so ablaufen: Zunächst werden laut Schlenz mit einem „Grobstücksizer“ große Stücke wie Asphaltschollen aus dem Erdaushub aussortiert. Diese würden abtransportiert – also nicht am Westring weiterverarbeitet. Der größte Teil der Aufbereitung soll an einer mobilen Siebmaschine erfolgen. So wird Bodenmaterial unterschiedlicher Körnung hergestellt. Ein mobiler Zerkleinerer („Prallbrecher“) soll Boden groberer Körnung für den Straßenbau liefern. Auch Flüssigboden, der an bestimmten Stellen im Tiefbau eingesetzt wird, soll hergestellt werden. Dies macht laut Schlenz etwa fünf Prozent des Aufwands am Westring aus. Hierbei wird der Erdaushub mit Wasser, Zement und Kalk gemischt.

Schlenz versichert, dass vieles getan werde, um die Bewohner in der Umgebung – das Grundstück befindet sich in einem Gewerbegebiet zwischen der Autobahn 46, dem Westring und dem Autobahnzubringer Roggenkamp – so wenig wie möglich zu belasten. Die Hallen, in denen der Bodenaushub zwischengelagert werde, werden in U-Form angeordnet, erklärte Schlenz. Die Aufbereitung soll auf der Fläche zwischen den Hallen erfolgen. Wenn nötig, sollen auch die Rückwände der Hallen geschlossen werden – obwohl der Boden besser trockne, wenn sie offen wären. Die Hallen erhalten mit Sand gefüllte Außenwände. Dies dämme den Lärm. Zusätzlich seien Schallschutzwände geplant.

Bei den Gutachten zur Belastung der Umgebung seien die Experten zu dem Schluss gekommen, dass keine schädlichen Auswirkungen zu erwarten seien, erklärte Schlenz. Bei den Untersuchungen sei man davon ausgegangen, dass alle Maschinen täglich von 7 bis 21 Uhr laufen würden. Das werde aber nicht der Fall sein. Der mobile Prallbrecher werde zum Beispiel täglich eineinhalb bis zwei Stunden im Einsatz sein. Auf den Verkehr auf umliegenden Straßen werde sich das zusätzliche Lkw-Aufkommen kaum merklich auswirken.

Auch aus einem anderen Grund ist die Bodenaufbereitungsanlage aus Sicht des AWG-Mannes ein „Vorzeigeprojekt“. Da künftig ein großer Teil des Wuppertaler Bodenaushubs nicht mehr zu einer 90 Kilometer entfernten Deponie gefahren werden müsse, würden jedes Jahr 5500 Tonnen CO2 eingespart. Dies müsse berücksichtigt werden, wenn man zwischen diesem Vorteil und dem Abholzen von rund 300 – laut Schlenz vielfach kranken und toten – Bäumen auf dem Grundstück abwäge.