Auslese Ein toter Jogger und querdenkende Polizisten: Autor Jürgen Kasten veröffentlicht neuen Wuppertal-Krimi

Wuppertal · Ein Roman über Homophobie, fehlgeleitete Gedanken, Gewalt: Der neue Wuppertal-Krimi von Jürgen Kasten hat es in sich.

Der pensionierte Kriminalkommissar und Autor Jürgen Kasten spricht über seinen neuen Lokalkrimi.

Der pensionierte Kriminalkommissar und Autor Jürgen Kasten spricht über seinen neuen Lokalkrimi.

Foto: Johanna Christoph

Ein jugendlicher Jogger wird in Ronsdorf tot an einem Baum gefunden. Eine lesbische Kommissarin wird im Luisenviertel brutal zusammengeschlagen. Esoterische Studenten treffen sich nachts an der „Teufelskanzel“ in Barmen. Querdenkende Polizisten finden sich auf Querdenker-Demos wieder. In Wuppertal tauchen überall Tote und Verletzte auf und an jedem Tatort finden sich: mysteriöse Tarotkarten. Kriminalkommissar Kurt Fasel und sein Team nehmen die Ermittlungen auf.

Der Roman „Fasel irrt sich“ ist am 12. September im Ruhrkrimi-Verlag erschienen und bereits der sechste Wuppertal-Krimi des Wuppertaler Autors Jürgen Kasten. „Mit dem Buch angefangen habe ich, als es mit der Pandemie losging“, erzählt Jürgen Kasten im Podcast-Interview.

„Und zu dieser Zeit stand alle paar Tage in der Zeitung entweder etwas über Querdenker oder auch Homophobie. Queere Menschen wurden angegriffen, einer wurde sogar getötet. Das kam mir irgendwie gehäuft vor. Und da ich immer ein Thema suche, das sich durch meine Bücher ziehen soll, habe ich gedacht, das wäre wirklich ein Thema.“

Jürgen Kasten, in Berlin geboren, im Ruhrgebiet aufgewachsen und seit vielen Jahre in Wuppertal wohnhaft, ist selbst pensionierter Kriminalkommissar. Bei der Polizei war er unter anderem Leiter von Mordkommissionen und Chef des Kommissariats für Tötungsdelikte. Nach der Pensionierung widmete er sich dem Schreiben. Zunächst Kurzgeschichten für Anthologien und Zeitschriften, dann auch Romanen. Obwohl er aus vielen Jahren der Erfahrungen schöpfen kann, holt er sich dennoch auch Hilfe. Denn: „Es hat sich rasend viel verändert. Vieles was ich in diesem Buch und auch in den anderen Büchern geschildert habe, ist bestimmt schon in der Praxis überholt“, erzählt er. „Heute ist alles digitalisiert, Verhöre werden aufgezeichnet, das gab es damals alles noch nicht.“ Selbstverständlich seien die Geschichten reine Fiktion. „Ich habe aber in den 40 Dienstjahren, die ich durchgemacht habe, einiges erlebt. Auch eine ganze Menge an krassen Sachen. Das fließt im Unterbewusstsein natürlich auch mit ein.“

Sein erster Kriminalroman spielte allerdings nicht in Wuppertal, sondern in Wermelskirchen. Doch mittlerweile lässt er seine Geschichten an vielen bekannten oder auch weniger bekannten Schauplätzen in Wuppertal spielen.

Manchmal ist es auch gar nicht so einfach, sich immer neue Schauplätze zu überlegen. Aufgrund seiner Dienstjahre in Wuppertal kennt er jedoch viele Ecken und Gegenden der Stadt. „Aber wenn ich einen konkreten Ort habe, den ich beschreiben will oder an dem etwas passieren soll, dann fahre ich da auch hin und gucke, ob das wirklich so aussieht“, berichtet er. Denn bei den Lokalkrimis können Leser mitunter auch streng sein mit der Richtigkeit der Beschreibungen.

Jürgen Kasten arbeitet bereits an der Fortsetzung von „Fasel irrt sich“. Wann genau es erscheinen wird, ist aber noch unklar.

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