Auto-Zulieferer: 200 Arbeitsplätze gehen in Wuppertal verloren

Wirtschaft : Brose baut 200 Arbeitsplätze am Standort Wuppertal ab

Autozulieferer reagiert auf rückläufigen Markt in China und auf wachsenden Preisdruck.

Der fränkische Automobilzulieferer Brose will in den nächsten drei Jahren in Deutschland 2000 Arbeitsplätze abbauen. Die Produktion von Türschlössern in Wuppertal mit 200 Beschäftigten soll ins europäische Ausland verlagert werden. Das Familienunternehmen aus Coburg machte dafür am Donnerstag „massive Ergebniseinbrüche“ verantwortlich. Weltweit beschäftigt Brose gut 26 000 Menschen, am Standort Wuppertal rund 550 Mitarbeiter. Davon sind 200 in der Fertigung von Schließsystemen beschäftigt, die bis Ende 2022 verlagert werden soll.

Gründe seien der rückläufige Markt in China und der Preisdruck, aber auch interne Ursachen. „Wir wollen die Qualität verbessern (...) und Kosten im mittleren dreistelligen Millionenbereich senken, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, kündigte Brose-Chef Kurt Sauernheimer in einer Pressemitteilung des Unternehmens an.

Der Großteil der Stellenstreichungen, die bis Ende des Jahres 2022 umgesetzt sein sollen, entfalle auf die Verwaltung sowie auf die Werke in Bamberg, Hallstadt, Coburg und Würzburg. Dort beschäftigt Brose nach früheren Angaben zusammen 7400 Mitarbeiter.

Nur durch die Einsparungen könne sich Brose Spielraum für Investitionen in Wachstum schaffen, heißt es in der Meldung. Bereits im Mai hatte das Unternehmen ein Sparprogramm angekündigt, die Dimension war allerdings bisher unklar. Im vergangenen Jahr war der Umsatz auf 6,3 Milliarden Euro abgebröckelt, für 2019 hatte Brose mit 6,2 Milliarden geplant. Im ersten Quartal sei der Umsatz um fünf Prozent geschrumpft und der Gewinn eingebrochen, hatte es im Mai geheißen.

Aus Sicht der Bergischen Industrie- und Handelskammer kommt diese Entwicklung nicht ganz überraschend. Thomas Wängler, Geschäftsführer der IHK weist auf die jüngsten Konjunkturumfragen der IHK hin. Seit einigen Quartalen hätten Unternehmen der Zulieferindustrie einen rückläufigen Bedarf an Fachkräften angegeben, so Thomas Wängler. In Einzelfällen sei auch von einem möglichen Abbau von Arbeitsplätzen wegen der sinkenden Nachfrage die Rede gewesen. Neben der wachsenden Konkurrenz für die deutsche Automobilindustrie auf dem chinesischen Markt bereiteten internationale Handelsstreitigkeiten und insbesondere der Brexit den Zulieferern Probleme.

Rund 250 Unternehmen im Bergischen Land, die unmittelbar an der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie hängen, werden den Wandel zu spüren bekommen. Etwa 30 Prozent der 800 Automotive-Zulieferer in NRW haben ihren Firmensitz in der Bergischen Region.

„Diese Nachricht hat uns überrascht, denn diese Entwicklung hat sich in dieser Form nicht angedeutet“, sagt Clarissa Bader, die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Wuppertal. Das treffe auch auf den Betriebsrat von Brose zu.

Wie das Stammhaus in Coburg an Anfrage der WZ am Donnerstag mitteilte, arbeiteten Geschäftsführung, Personalbereich und Mitarbeitervertretungen gemeinsam daran, die Arbeitsplätze bis 2022 sozialverträglich zu reduzieren. „Wir sind entschlossen, den Umbau weitgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen zu schaffen“, heißt es von Brose.

Die Fertigung in Wuppertal werde vollständig verlagert, der Produktbereich Schließsysteme soll am Standort erhalten bleiben.

(Red)