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Auswärtiges Amt fliegt Vohwinkelerin aus Afrika zurück nach Wuppertal

Engagement : Auswärtiges Amt fliegt Vohwinkelerin aus Afrika ein

Renate Mönninghoff (80) war in Kapstadt, um Hilfsgüter zu vermitteln. Corona sorgte aber für Probleme bei der Umsetzung.

Diese Reise wird Renate Mönninghoff nicht so schnell vergessen. Die langjährige Afrika-Helferin hat bei ihren Einsätzen für Kinder in Namibia schon so mache Krise gemeistert. Die Corona-Ausbreitung machte den jüngsten Besuch der Vohwinkelerin aber extrem schwierig. Mit ihrem Mann strandete sie mehrere Wochen in Kapstadt. Über Freunde gelangte die für einen namibischen Kindergarten bestimmte Hilfslieferung aber trotzdem ans Ziel. Nach mehr als einem Monat ist Renate Mönninghoff gerade aus Südafrika zurückgekehrt.

„Uns geht es gut und wir sind froh, dass wir wieder wohlbehalten zu Hause sind“, erzählt die Helferin am Telefon. Sie befinde sich derzeit mit ihrem Mann in häuslicher Quarantäne, aber beide seien gesund. Ihre Rückreise wurde vom Auswärtigen Amt organisiert. „Das war schon sehr aufregend und anstrengend“, berichtet Renate Mönninghoff. Die Menschenschlange am Treffpunkt beim Stadion von Kapstadt sei kilometerlang gewesen. Nach etlichen Zwischenstationen und Gesundheitstest habe es endlich grünes Licht für den Rückflug gegeben. „Das haben wir uns natürlich vor der Reise anders vorgestellt“, so Mönninghoff.

Eigentlich wollte die 80-Jährige altersbedingt etwas kürzer treten. Zuletzt war sie 2017 in Namibia. Dort unterstützt die rüstige Seniorin einen Kindergarten in Lüderitz und organisiert Spendensammlungen für die Einrichtung. Bei ihrem letzten Besuch sorgte sie selbst für Matratzen, Decken, Babysachen, Schreibwaren und Hygiene-Artikel. Diesmal hatte Renate Mönninghoff unter anderem Kinderkleidung und Bastelartikel im Gepäck.

Beim Abflug seien die Folgen von Corona nicht absehbar gewesen

„Wir wollten einen privaten Besuch in Kapstadt mit der Hilfe für den Kindergarten verbinden“, erklärt die Vohwinkelerin. Sie verweist auf die teils katastrophalen Lebensumstände, unter denen besonders Kinder und Kranke in Namibia zu leiden hätten. Es seien oft ganz einfache Dinge, die gebraucht würden. „Daher wollten wir die lange geplante Reise nicht absagen“, sagt Renate Mönninghoff. Zum Zeitpunkt ihres Abflugs seien die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht vollständig absehbar gewesen. Nach der Ankunft in Kapstadt ging dann aber bald nichts mehr. „Dort gibt es ebenfalls Kontaktsperren wie in Deutschland und die Behörden kontrollieren das streng“, berichtet die Vohwinkelerin. Glücklicherweise konnte sie mit ihrem Mann bei Verwandten unterkommen.

An eine Weiterreise nach Namibia sei aber nicht mehr zu denken gewesen. „Wir haben dann mit unseren Freunden dort telefoniert, und die haben die Hilfsgüter für den Kindergarten abgeholt“, erzählt Renate Mönninghoff. Sie macht sich Sorgen um ihre kleinen Schützlinge und deren Familien. „Es gibt viele Slums in Namibia und dort ist die Einhaltung einer Kontaktsperre so gut wie unmöglich“, betont Renate Mönninghoff. Zudem seien die hygienischen Verhältnisse vor Ort äußerst problematisch. „Wenn sich das Virus dort ausbreitet, gibt es eine Katastrophe“, warnt die Vohwinkelerin. Daher seien Spenden für die Entwicklungshilfe gerade jetzt wichtig.

Auf die Idee für die Afrika-Hilfe ist Renate Mönninghoff bereits Ende der 90er Jahre durch eine Bekannte gekommen. Zusammen mit ihrem Mann machte sie sich vor Ort selber ein Bild der schwierigen Lage. In der Folgezeit verschickte sie viele Tonnen an Hilfsgütern. In einem Fall konnte sie sogar die komplette Einrichtung für eine Schulklasse bereitstellen. Mittlerweile organisiert die Helferin die Spenden zum größten Teil von Deutschland aus. Langfristig will sie aber nach Namibia zurück. „Wenn es einen Impfstoff gibt, werden ich wieder dorthin reisen“, sagt Renate Mönninghoff.