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Ausstellung: Wuppertaler Kirchen - Verborgene Schönheiten

Ausstellung: Wuppertaler Kirchen - Verborgene Schönheiten

Christian Stüben zeigt Fotos von Wuppertaler Kirchen bei der BKG.

Wuppertal. Was haben ein mit allerlei Gegenständen vollgestellter Abstellraum, Teddybären auf Stühlen, oder auch ein einsam vor einer Backsteinwand stehender Overheadprojektor gemein? Man findet sie in Wuppertaler Kirchen - allerdings nur, wenn man einen Blick für das Besondere und Ungewöhnliche hat; wenn man das scheinbar Unscheinbare wahrzunehmen vermag. „Jeder sieht es, aber in der gleichen Millisekunde übersieht er es“, so beschreibt Christian Stüben das Phänomen, das wohl die meisten Menschen erleben, wenn sie eigentlich so alltägliche Sachen sehen, wie zwei Sessel vor einem grau in grau gehaltenen Bleiglasfenster.

Oder gar die Fußpartie knieender Ministranten. Jene Motive sind es, die den Wuppertaler Fotografen - dessen Werke unter dem Titel „von Herz zu Herz“ in den Räumen der Bergischen Kunstgenossenschaft zu sehen sind - anziehen. Aber es wäre verfehlt, sich nur auf diese ungewöhnlichen Einsichten zu konzentrieren, die vielleicht gut ein Viertel der Ausstellung ausmachen - dessen Titel sich übrigens auf Herz Jesu Elberfeld und Herz Jesu Unterbarmen bezieht.

Stübens Fotografien sind anlässlich des geplanten Buchprojekts „alternativer Kirchenführer Wuppertal“ von Michael Grütering und Bruno Kurth entstanden, in dem katholische Gotteshäuser porträtiert werden sollen.

Man möchte aber auch die verborgene Schönheit dieser Gebäude entblättern. Sieht man indes auch Kirchenfenster, Draufsichten und neben Details aus dem Interieur, auch ganz klassische Frontalaufnahmen von Altarräumen. Dies gelingt unter schwierigen Lichtverhältnissen oft nur durch die Kniffe der HDR-Fotografie. Eine enorme Leistung - „aus fast 4000 Bildern sind 500 HDR-Fotos herausgekommen“, erklärt Stüben, von denen jetzt eine kleine Auswahl gezeigt wird. Für das Projekt war er auch im Gefängnis: Eines der eindrücklichsten Bilder zeigt ein Detail aus der Kapelle der JVA Simonshöfchen. „Eigentlich ein trauriges, abstoßendes Fenster, was gar nicht an die Feierlichkeit einer Kirche erinnert“, sagt Stüben.

Die Bilder sprechen stilistisch eine eindeutige Sprache. Sie sind bescheiden, nehmen sich zurück, versteckt sich jedoch hinter dem auch farblich gemäßigten Ausdruck, ein zutiefst poetischer Geist.