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August-Jung-Weg in Wuppertal: Erste Arbeiten könnten Ende Juni starten

Stadtentwicklung : August-Jung-Weg: Erste Arbeiten könnten Ende Juni starten

Der Rat hat umstrittenes Bauprojekt auf den Weg gebracht. Investor will zügig loslegen. Anwohnerinitiative bereitet Klage vor.

Ende Juni könnten die ersten Arbeiten am August-Jung-Weg starten. Das kündigt Investor Matthias Gülich gegenüber der WZ an. Insgesamt 17 Häuser sollen auf dem Areal entstehen. Am Montag hatte der Rat mit Stimmen der SPD und CDU den umstrittenen Bebauungsplan verabschiedet. Sobald die Entscheidung in Kürze im „Stadtboten“, dem Mitteilungsblatt der Verwaltung, veröffentlicht wird, gilt auch das Baurecht, erklärt Marc Walter vom städtischen Planungsamt.

„Es sind erst einmal Vorarbeiten“, sagt Gülich, der die Entscheidung in der Stadthalle am Montag per Rats-TV verfolgte. „Mit 180 Blutdruck.“ Er ist froh, dass das Projekt jetzt durch ist. Für 13 der 17 Grundstücke gibt es bereits Interessenten aus Wuppertal und den Nachbarstädten. „Die ersten haben sich schon am Dienstagmorgen wieder gemeldet.“ Er selbst müsse jetzt einige Auflagen des Vertrages mit der Stadt erfüllen, unter anderem muss bis Ende des Jahres ein Spielplatz errichtet sein. Die ersten Häuser könnten, schätzt er, Anfang 2021 stehen. Einige der potenziellen Käufer hätten bereits Pläne ausgearbeitet und würden in Kürze ihre Bauanträge einreichen.

IG August-Jung-Weg
bereitet Klage gegen die Stadt vor

Allerdings will Gülich auch noch einmal das Gespräch mit den „gemäßigten“ Anwohnern der Konsensinitiative um Reiner Bott suchen. Es soll zudem ein gemeinsames Treffen mit den Kaufinteressenten geben, um über mögliche Einwände der Anwohner zu diskutieren. Ein Wunsch war unter anderem, dass die Häuser in der ersten Reihe maximal 1,5 Geschosse haben.

Allerdings hätten mögliche Absprachen, die noch getroffen werden, keine Rechtskraft. Maßgeblich sind die Vorgaben aus dem B-Plan

Enttäuscht über das Votum des Rates ist die IG August-Jung-Weg. „Wir hatten bis zur letzten Minute gehofft“, so Sprecher Andre Helsper, der selbst in der Stadthalle dabei war. „Aber es ist schade, dass die Stadt das letzte Wort hatte.“ Auf die Bedenken wäre sie gar nicht richtig eingegangen und CDU und SPD hätten sich dann für die Bebauung entschieden.

Von Anfang an hatten sich Helsper und Co. gegen eine Bebauung, wie jetzt verabschiedet, gewehrt. Unter anderem hatten sie ökologische Gründe vorgebracht, die gegen die Bebauung sprechen würden. Wie angekündigt, bereite die IG jetzt die Klage vor, so Helsper. Man sehe mehrere Punkte, um diese erfolgreich druchzubringen.

Es wäre nicht das Bauprojekt, das die Stadt vor Gericht führt. Prominentere Beispiele gab es in der Vergangenheit unter anderem im Zooviertel (Hindenburgstraße) und Ronsdorf (Rädchen). In diesen Fällen gewann die Stadt: An beiden Standorten wurde mittlerweile gebaut. Beanstandet wurde allerdings vom Verwaltungsgericht in den 2000er Jahren die Baugnehmigung für ein Projekt an der Katernberger Straße — was dazu führte, dass der Bauherr damals eine Etage des Rohbaus wieder abtragen musste.

Sorgen macht sich die Verwaltung im Fall August-Jung-Weg aber nicht. „Der B-Plan ist rechtssicher“, so Walter.