1. NRW
  2. Wuppertal

August-Jung-Weg in Wuppertal: 17 Häuser - und viele Diskussionen

Stadtentwicklung : 17 Häuser und viele Diskussionen

Investor kann erneute Verzögerung kaum nachvollziehen. Entscheidung erst im Mai?

Es wird noch einmal geredet. Zwischen Anwohnern, Stadt und Politik. Die IG August-Jung-Weg hofft in den Treffen, die Befürworter einer Bebauung dort — bislang hat das Projekt alle politischen Hürden genommen — vom Gegenteil überzeugen zu können. Davon, dass die Wiese zwischen August-Jung-Weg und Hosfelds Katernberg keine 17 Wohnhäuser verträgt. Und Investor Matthias Gülich, Geschäftsführer der Arealcon GmbH, bleibt nur das Abwarten. Auch er hat mehrfach mit Verwaltung und Politik diskutiert. Für die Hängepartie hat er kein Verständnis.  Hatte er schon im vergangenen Frühjahr nicht, als das gesamte Verfahren laut seiner Aussage praktisch genauso weit war wie jetzt.

Damals wurde geschoben – ein Grund, so wurde gemunkelt, war der aufkommende Zwist in der „Groko“. SPD und CDU sprachen sich letztendlich aber für den B-Plan aus, der damit die nächsten Gremienrunden überwand. Dass das Thema zuletzt wieder vertagt wurde, ärgert Gülich. „Was soll sich denn noch ändern?“ Die Verwaltung sei auf die Einwände der IG, anders als diese behaupte, sehr wohl eingegangen, sagt der Wuppertaler, der mit den Wohnbauten am August-Jung-Weg endlich auch mal ein Projekt in seiner Heimatstadt realisieren wollte. Jede Verzögerung, das verhehlt er nicht, koste ihn Geld. Wuppertal, kritisiert er, müsse doch auch etwas für Investoren tun.

Zudem werde von der IG immer nach dem Motto argumentiert, „da soll jetzt gebaut werden“. Potenzielles Bauland sei das insgesamt 24 000 Quadratmeter große Grundstück schon lange. Es gab schon Ideen für ein Ausflugslokal, in den 2000er Jahren dann für Wohnbebauung. 22 Häuser sollten damals entstehen, sagt Gülich. Die Pläne seien bereits abgesegnet gewesen, doch die Wiese blieb frei. Der damalige Investor habe das Projekt dann doch finanziell nicht stemmen können, sagt Gülich.

Soweit soll es diesmal nicht kommen. Man sehe aber schon, dass die Einwände der Anwohner berücksichtigt wurden, betont Gülich. „Es geht nur noch um 17 Häuser.“ Elf seien schon verkauft. Nicht an Gesellschaften, sondern an Privatpersonen. Von einigen kenne er schon die konkreten Pläne für deren geplante Häuser. Keiner von ihnen nutze die Maximalgrenzen aus, die der B-Plan, der wahrscheinlich ab Ende Februar wieder durch die Gremien geht, vorsieht. Die Häuser haben Wohnflächen von 200 bis 300 und Grundstücke zwischen 600 und 1100 Quadratmetern, sagt Gülich. Von der Gesamtfläche am Katernberg würden nur 13 000 Quadratmeter bebaut.

Auflagen für den Investor gebe es auch, sagt Marc Walter von der Stadt. Unter anderem muss er einen Spielplatz errichten und einen Gehweg anlegen. Doch wie bindend sind diese Vorgaben? „Das wollten wir auch wissen“, sagt Michael Müller (CDU), der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses. Geregelt werde dies durch einen städtebaulichen Vertrag. „Das hat die Verwaltung unmissverständlich deutlich gemacht“, sagt Müller. Und der gelte auch, wenn Gülich das gesamte Areal samt Planung verkaufen sollte. Ohne Spielplatz gebe  es keine Baugenehmigung, auch nicht für die Käufer einzelner Parzellen, heißt es aus dem Rathaus.

Gülich betont aber, dass er gar nicht vorhabe, sich von dem Projekt zu trennen. Er hofft, dass im Mai endlich der Ratsbeschluss gefasst wird. Und auch in der Politik äußern sich viele zumindest hinter vorgehaltener Hand in diese Richtung: Die Bebauung wird kommen.