Döppersberg: Aufzüge der Bahn lassen auf sich warten

Döppersberg : Aufzüge der Bahn lassen auf sich warten

Der Fahrstuhl an Gleis 1 soll im dritten Quartal seinen Betrieb aufnehmen.

Die Aufzüge sind ein leidiges Thema rund um den Hauptbahnhof am Döppersberg. Seit Jahren ist die Bahn damit beschäftigt, zwei Aufzüge zu den Bahnsteigen 1 sowie 2/3 zu bauen. An Bahnsteig 2/3 dauerte es mehrere Jahre, bis endlich ein barrierefreier Zugang ohne Voranmeldung bei der Bahn möglich war. Wo Rollstuhlfahrer früher mit einem Lastenaufzug vorlieb nehmen mussten, können sie heute mit einem Personenaufzug fahren. Gleis 2 ist für den West-Ost-Verkehr im Wuppertaler Hauptbahnhof von zentraler Bedeutung.

„Die Inbetriebnahme des Aufzugs an Gleis 1 ist für das dritte Quartal geplant. Der Hausbahnsteig ist für die Reisenden selbstverständlich weiterhin stufenfrei erreichbar“, sagt eine Bahnsprecherin auf Anfrage der WZ. Viel Zeit bleibt der Bahn somit nicht mehr, um ihr Werk zu vollenden, das vor vielen Monaten begonnen wurde. Der Aufzugsschacht am Hausbahnsteig ist fertiggestellt, aber seit dem „Rohbau“ ruht die Baustelle – und das schon seit vielen Wochen. Es gibt offensichtlich Engpässe beim Aufzugbau. In ganz Deutschland müssen Bahnhöfe mit Aufzügen nachgerüstet werden, um sie barrierefrei zu machen.

Nur über größere Umwege lässt sich der Hausbahnsteig 1 von der Fußgängerzone aus erreichen. Eine Möglichkeit ist der Aufzug von der Geschäftsbrücke an der repräsentativen Freitreppe hinauf zum oberen Platz vor dem Bahnhofs-Empfangsgebäude. In der vergangenen Woche stand dieser Aufzug wegen einer Betriebsstörung still. Am vergangenen Montag benötigten die Fahrgäste dann gute Nerven. Bei der Aufwärtsfahrt legte der Aufzug einen krachenden Zwischenstopp ein, bevor er mit einem kurzen Ruck doch noch den oberen Platz erreichte. Ohne Störungen verlief die Fahrt abwärts, die auf Wunsch erst im Primark-Parkhaus endet.

Nicht bequem, aber ohne Hindernisse zu erreichen

Ein zweiter barrierefreier Weg zum Bahnsteig 1 führt durch die Bahnhofshalle, wo über einen der Aufzüge der Busbahnhof erreicht werden kann. Von dort aus ist das Gleis 1 dann für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Kinderwagen zwar nicht gerade bequem, aber zumindest ohne unüberwindbare Hindernisse zu erreichen.

Im Wuppertaler Hauptbahnhof finden im Rahmen der „Modernisierungsoffensive 2“ der Bahn weiterhin Sanierungsarbeiten statt. Laut der Bahnsprecherin werden aktuell Pflasterarbeiten sowie die Montage der Beleuchtung und Beschallung im Bahnhof vorgenommen.

Der Bahnsteig an Gleis 4/5 wurde in 2017 modernisiert in Betrieb genommen. Bahnsteig 1 wurde neu gepflastert. Weiterhin gibt es Planungen, den Mittelbahnsteig an Gleis 2/3 zu modernisieren. Konkrete Daten zum Bauzeitraum liegen in dieser Planungsphase aber von der Bahn noch nicht vor.

Seit Jahren fordert der Bürgerverein Südstadt einen weiteren Aufzug von Bahnsteig 4/5 zur Anbindung der Südstadt. Bahn und Stadt sehen sich gegenseitig in der Pflicht und scheuen die Baukosten und die laufenden Kosten. Aufzüge sind extrem reparaturanfällig, wenn sie im öffentlichen Raum betrieben werden und eine ständige Kontrolle fehlt.

Rolltreppen sind für die Stadt am Döppersberg keine Alternative zu den Aufzügen. Die Vergangenheit hat gelehrt, dass die Rolltreppen im Bahnhofsbereich aufgrund von technischen Defekten, ausgelöst durch Vandalismus oder Wind und Wetter, extrem störungsanfällig sind. Reparaturen sind zudem langwierig und besonders kostenintensiv.

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