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Aufräumen nach dem Sturm

Aufräumen nach dem Sturm

In den Stadtteilen Uellendahl/Nächstebreck hatte nicht nur die Feuerwehr gut zu tun. So schlimm wie bei „Kyrill“ kam es allerdings nicht.

Uellendahl/Nächstebreck. Der Sturm? "Der war schlimm", sagt Ruth Jonas. "Fünf große Tannen haben wir verloren." Umgefallen wie Domino-Steine seien sie, "ein Baum nach dem anderen", berichtet die Nächstebreckerin von der Wittener Straße. 30 Jahre alte Tannen, einfach weggefegt im Sturm. "Ich war sehr traurig", sagt Ruth Jonas - und sie spricht dabei nicht vom Wochenend-Tief "Xynthia": "Das war doch gar nichts", findet sie, "überhaupt kein Vergleich zu Kyrill." Der Orkan, der im Januar 2007 über Deutschland hinweggefegt ist, sei in seiner Auswirkung "deutlich schlimmer" gewesen, pflichtet auch Ehemann Heinz Jonas bei.

Einen direkten Vergleich mit "Kyrill" hält Feuerwehr-Sprecher Andreas Steinhard zwar für schwierig, doch eines sei sicher: Für die Helfer habe es auch bei diesem Sturm genug zu tun gegeben. Bis in die Nacht zu Montag verzeichnete die Feuerwehr rund 170 Einsätze. "Kleiner Baum auf dem Gehweg, großer Baum auf der Straße", zählt Steinhard auf. Die Meldungen hätten sich wie die Windrichtung "Xynthias" von Westen nach Osten durchs Stadtgebiet gezogen: "von Sonnborn über die Lüntenbeck, Richtung Uellendahl und weiter nach Nächstebreck".

Vor allem mit herabstürzenden Gebäudeteilen habe die Feuerwehr zu kämpfen gehabt, und mit Behinderungen durch Gegenstände auf der Fahrbahn. In den Birken am Katernberg beispielsweise sei ein Baum von der Fahrbahn geschafft worden, man habe sich - wie in vielen Quartieren - um "jede Menge loser Dachziegel" und "umgestürzte Verkehrszeichen auf der A46 und A1" kümmern müssen. "Das ist normalerweise Sache der Autobahnmeisterei", so Steinhard, aber angesichts der Vielzahl der Fälle sei die Feuerwehr eingesprungen.

Den Wuppertalern machten am Sonntag vor allem die vergleichsweise kleinen Dinge zu schaffen: Umgefallene Blumenkübel zum Beispiel, wie Dieter Mahler vom Nordstädter Bürgerverein berichtet, "oder umherfliegende Gießkannen".

Weit gefährlicher sei der Sturm für eine ältere Dame auf dem Fußweg zur Kirche Normannenstraße gewesen, berichtet Christel Simon, Bezirksbürgermeisterin in Oberbarmen: "Sie konnte sich im Sturm kaum auf der Straße halten und wäre fast gestürzt. Zum Glück ist ihr jemand zur Hilfe gekommen."

Die Feuerwehr wurde nicht nur zur Beseitigung von abgeknickten Ästen und umgestürzten Bäumen gerufen, sondern auch in private Gärten bestellt, um Gefahrenbäume zu begutachten, berichtet Steinhard: "Wir hatten etliche Anrufe von besorgten Hausbesitzern, die Angst vor möglicherweise umstürzenden Bäumen hatten."

Insgesamt sei man am vergangenen Sturm-Wochenende "besser vorbereitet" gewesen als bei Kyrill, so Steinhard. Und weil sich Orkantief "Xynthia" einen Sonntag ausgesucht habe, seien viele freiwillige Retter im Einsatz gewesen - insgesamt rund 200 Freiwillige und 50Berufsfeuerwehrleute.