„Aufbruch am Arrenberg“: Nur Ehrenamt reicht nicht mehr

Forum : „Aufbruch am Arrenberg“: Nur Ehrenamt reicht nicht mehr

Hauptamtliche Kräfte sollen den Verein bei den Projekten unterstützten. Stellen werden durch Spendengelder einer Lotterie finanziert.

Am Arrenberg gibt es eine rege Bürgerschaft, die sich in zahlreichen Projekten für ihr Quartier und dessen Entwicklung einsetzt. Doch irgendwann sind – gerade bei so vielen Ideen und Projekten – die Grenzen des Machbaren erreicht, kommt der Zeitpunkt, an dem professionelle Unterstützung einsetzen sollte. Dieser Moment ist für den Verein „Aufbruch am Arrenberg“ nun gekommen. In den kommenden Monaten sollen drei festangestellte Mitarbeiter die Aktivitäten des Vereins hauptamtlich unterstützen.

Drei Stellen will der Verein dafür möglichst bald besetzen, wie Vorstand Pascal Biesenbach am Donnerstagabend beim Arrenberg-Forum erklärte. Für eine Stelle im Bereich Projektentwicklung/Forschung ist bereits ein Kandidat gefunden worden, der am 1. Mai anfangen soll. Für zwei weitere Jobs in den Bereichen Quartiersmanagement und Finanzmanagement läuft derzeit noch das Bewerbungsverfahren. Die Stellen haben einen Umfang von etwa 20 bis 30 Wochenstunden.

Dass der Verein sich hauptamtliche Unterstützung leisten kann, hat er der großzügigen Spende der Deutschen Postcode-Lotterie zu verdanken. Die hatte dem „Aufbruch am Arrenberg“ für seine Quartiersarbeit und die Pläne zur Entwicklung eines „Klimaquartiers 2030“ 250 000 Euro gespendet. Das Geld sei aber „mit Auflagen“ verbunden, betonte Biesenbach. In Absprache mit der Lotterie sei man zu der Erkenntnis gekommen, dass es an Personal fehle, das die Aktivitäten im Quartier professionell begleitet. „Es klappt nicht mehr nur mit dem Ehrenamt“, unterstrich Biesenbach. Die Stellen werden deshalb nun durch das Spendengeld finanziert, die Verträge sind auf zwei Jahre begrenzt. Ihren Arbeitsplatz sollen die neuen Mitarbeiter im Stadtteilzentrum „Aufbruch“ an der Ecke Simons-/Fröbelstraße finden.

Externe Partner sollen
Projekte mit vorantreiben

Zugleich möchte der Verein sich noch stärker externe Partner in Verwaltung und Wissenschaft suchen, mit denen die diversen Projekte vorangetrieben werden sollen. Eines der größten Vorhaben ist dabei die Bewerbung im Klimaschutzwettbewerb „Energie.System.Wandel“, den das NRW-Wirtschaftsministerium ausgeschrieben hat. Als Referenzobjekt dient dabei das geplante Quartierskraftwerk in der Simonsstraße, bei dem 25 Hauseigentümer für die regenerative Energieerzeugung vor Ort gewonnen werden sollen. Sollte das Projekt den Zuschlag bekommen, würde das Land 90 Prozent der Investitionskosten übernehmen.

Der Aufbruch unterstützt inzwischen 30 Initiativen

So wichtig das Thema „Klimawandel“ auch ist – es ist nur eine von mehreren Initiativen, die über den „Aufbruch am Arrenberg“ organisiert werden. Mittlerweile unterstützt der Verein 30 Initiativen. Die Moderatorin des Arrenberg-Forums, Iris Panknin, lud sie am Donnerstagabend nach vorne vors Publikum – freilich nicht alle auf einmal, da es dann zu voll geworden wäre, sondern häppchenweise in kleineren Gruppen und nach Sparten geordnet. Ausgestattet mit symbolischen Hüten stellten sich die Verantwortlichen der Initiativen kurz vor und luden bei Bedarf zu weiteren Gesprächen ein. Bei so manchem Projekt wurde auch noch um Mitstreiter geworben oder gleich ein Leiter für die Initiative gesucht. Zudem stellte sich eine Projektgruppe zum Thema „Ernährungsrat“ vor, die derzeit noch in Gründung ist.

Eine positive Einschätzung zur Entwicklung im Quartier gab auch der Vorsitzende des Vereins, Hans-Georg Walter. Durch das breite bürgerschaftliche Engagement sei das Stadtviertel „attraktiver“ geworden. Die unterstützten Projekte erreichten „neue Zielgruppen“ und bildeten eine immer „größere Bandbreite“ ab. Es habe sich eine „große Gruppe von Aktiven“ gefunden, die sich regelmäßig für die Belange ihres Stadtteils einsetzten.

Und wie wichtig der Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel ist, zeige auch der Blick auf das vergangene Jahr, erklärte Walter. So hatten der Verein und das Stadtviertel gleich zweimal mit den Folgen der menschengemachten Klimaveränderung zu tun: Zum einen wurde beim Sturzregen von Ende Mai der Keller im Stadtteilzentrum überflutet, zum anderen mussten im Sommer immer wieder die Bäume im Quartier von der Feuerwehr begossen werden, da sie ansonsten wegen Wassermangels verdurstet wären.

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